Der erste Wettkampf im Jahr ist immer etwas Besonderes, gibt es doch bis dahin keinen Anhaltspunkt für den Leistungsstand. Etwas besonderes ist er vor allem, wenn man im vergangenen Jahr die 18,5 km in 1:30:02 gelaufen ist.
Der Osterlauf in Heyda bei Ilmenau ist eigentlich ein schöner Lauf. Auf befestigten Waldwegen geht es zwei mal um die Talsperre auf einer hügligen Strecke mit steilen Bergauf- und -abpassagen am Ende jeder Runde. Vorher wird man von der Freiwilligen Feuerwehr gegen Zahlung von einem Euro auf die Parkwiese eingewiesen. Wahrscheinlich die Frauengymnastikgruppe hat Kuchen gebacken und der Bratwurstrost wird beim Start angezündet.
Dieses Jahr war es etwas anderes. Zwar hat das Frühjahr sich seit Wochen eingestellt, doch vor Ostern kam der Winter zurück und die Feuerwehr musste nach dem Lauf auch viele Autos wieder aus dem Schlamm der Wiese hinausschieben. Schon beim Einlaufen zeigte sich, dass die festen Waldwege mit Scheematsch belegt waren. Der Osterlauf sollte zum Cross mit Schlammlöchern und schmierigen Bergabpassagen auf Wiesenpfaden werden.
Mein Vorhaben war es, mit 4:45 loszulaufen und zu schauen, was passiert. Das funktionierte ganz gut und nach 9 Kilometern war ich am Ende der ersten Runde bei 43 Minuten. In der zweiten Runde fiel das Laufen nicht schwerer. Die langen Läufe machten sich bezahlt. Allerdings traute ich mich auch nicht so recht das Tempo weiter zu erhöhen, dennoch überholte ich mehrere Läufer ohne selbst überholt zu werden. Beim Versuch auf einem schmalen Waldweg zu beschleunigen, drehten meine Füße im Schlamm einfach durch. Doch da kam auch schon das Ziel und mit 1:27:43 war auch das persönliche Zeitziel unspektakulär erreicht. Das bedeutet eine Pace von 4:44 min/km – schneller als ich in einem Wettkampf je zuvor gelaufen bin, auch nicht bei meiner Halbmarathonbestzeit, die ich auf glatten Parkwegen aufstellte. Die Saison hat gut begonnen.

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