20. April 2021

Lange-Bahn-Lauf

 "Der Klassiker vor dem Rennsteiglauf" passte vor dem Rennsteiglauf nie in meinem Plan. 21 Kilometer waren mir wenige Wochen vor dem Rennsteiglauf immer zu kurz und die Anfahrt nur für einen Halbmarathon immer zu weit.

Da in diesem Jahr der Rennsteiglauf auf Oktober verlegt wurde und der Lange-Bahn-Lauf wenigsten als indivdueller Lauf stattfand, hatte ich Lust die Strecke zu erkunden. Meine Lieblingslaufpartnerin setze mich mit der Erklärung unter Druck, in zwei Runden den Marathon absolvieren zu wollen. 

Allerdings liegt mein letzter Lauf über mehr als 30 km nun 11 Monate zurück. Daher beschränkte ich mich auf 1,5 Runden und begleitete sie so 25 km, um dann die letzten 5 km allein zurück zu laufen. 

Am Start war ein großes Banner befestigt  und die Strecke erwies sich als hervorragend gekennzeichnet. Neben Flatterbändern und Schildern wiesen an Keuzungen dicke Sägespänpfeile den rechten Weg.

Nach wenigen Metern waren wir im Wald wo es auf einer "Bananenschleife" auf und ab ging. Nach ca. 10 km hatten wir die Lange-Bahn-Baude erreicht.

Die Baude und die Ruine daneben waren allerdings auch die einzigen wirklich sehenswerten Punkte der Strecke, die ansonsten ausblicksarm durch den Hochwald ging.

Nach 2:23 Stunden war die erste Runde mit 475 Höhenmetern im Trainingstempo absolviert und eigentlich hätte es mir auch gereicht. Da ich nicht ganz so als Weichei erscheinen wollte, ging  ich natürlich auf die nächste Runde und war froh, als nach 5 Kilometern die 10er Runde in Richtung Ziel abweichte, wo ich nach 30,5 km etwas geschafft ankam.

Von der Organisation und Ausschilderung begeistert, meldete ich mich nachträglich für den Lauf an und meine Halbmarathonzwischenzeit für die Ergebnisliste. Möge der Lauf auch unter normalen Bedingungen erhalten bleiben.


17. Februar 2021

Winterträume

Nach einer Woche tiefen Frosts taut es nun. Wahrscheinlich ist der Winter damit vorbei, denn auch auf dem Rennsteig sollen die Temperaturen nachts über 0° liegen. Im Schneematsch muss ich dann auch nicht fahren.

 Dank dem schönen Winter und mangelnder Alternativen habe ich es in diesem Winter auf  über 320 km auf den Langläufern gebracht. So viel waren es noch nie!

Dafür habe ich mich nach ca. 15 Jahren mit einem neuen Paar Ski belohnt. Die Felle in der Steigzone haben sich bei einer großen Runde in der alten Heimat bewährt und beseitigen das Risiko sich zu verwachsen.

 

2. Februar 2021

50 Kilometer Skilanglauf

Nur 89 km sind  nicht viele Laufkilometer im Monat aber für einen Januar auch nicht ganz ungewöhnlich. Dafür sind 12 Tage auf den Skilangläufern so viel wie vielleicht noch nie in einem Monat. Irgendwann stieß ich dabei am Rennsteig auf die Schilder der "Großen Runde" mit 51,2 Kilometern und schon hatte mich ein anderer Virus als der gerade umgehenden erwischt. 

 

Eine Tour mit 27 km hatte ich ohne Probleme und größere Erschöpfung überstanden, so dass ich den Versuch wagen wollte. Die "Große Runde" war faktisch eine Acht mit dem Schnittpunkt am Grenzadler bei Oberhof. Mit dem Wasalauf erfahrenen Jeti gingen ich amSonntag um 9.00 dort auf die Strecke. 

Der Schnee blitzte, die Spur war perfekt und die Skier liefen gut. Waschsenrasen und Hohe Möst waren die markanten Punkte dieses Teils. Die dicke Jacke, die ich mir wegen der Temperatur von -8° C angezogen hatte, erwies sich als unnötig. Lästig wurden nur die vielen anderen Skifahrer, die uns am Ende der ersten Schleife entgegen kamen. Wieder am Auto konnte man Essen und Trinken und die Jacke wechseln. 

Über den Veilchenbrunnen ging es auf der folgenden Schleife am Beerberg und Schneekopf vorbei. Langsam merkt ich, dass das Steigwachs nicht mehr optimal wirkte. Da hinter dem Schneekopf längere Gleitstrecken folgten, schob ich das Nachwachsen hinaus. Immer wieder blieben wir jedoch stehen, um den traumhaften Winterwald zu bewundern.

Die Gleitstrecken hatten uns bis zur Sommerwiese gebracht und dann waren es keine 10 Kilometer mehr. Die letzten Kilometer an Oberhof vorbei zermürbten noch etwas, aber dann war es nach 6.45 Stunden auch schon geschafft.

Die Erschöpfung am Abend war geringer als nach einem 50 km Lauf, der Zustand am nächsten Morgen dagegen vergleichbar nur mit Problemen an ungewohnten Stellen. Aber der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt und ein paar neue Ski habe ich auch schon bestellt.


11. Januar 2021

Corona-Winter

Eigentlich ist es eine Zeit, um depressiv zu werden. Es wird zeitig dunkel und man kann nix mehr unternehmen, als den Abend auf der Couch zu liegen. Im November und Dezember habe ich es mit so vielen Laufkilometern kompensiert, wie noch nie in diesen Monaten.

 Jetzt liegt seit langem im Thüringer Wald und sogar hier im Vorland Schnee. 50 km habe ich in der vergangen Woche auf den Langläufern gestanden.

 Auch der Lauf mit den Spikes von Icebug auf den Ilmenauer Kickelhahn war ein Traum. Das hilft gegen Tristesse.

 Schade für alle, die mit dem Winter ihr Geld mit den Touristen verdienen müssten.

23. Dezember 2020

2020 - Was für ein Jahr!

Wenn man schon eine Weile auf der Erde ist, stellt man rückblickend fest, dass es Jahre gab, in denen man nur unspektakulär nur älter geworden ist. Andere bleiben in Erinnerung wie 2020 als Coronajahr. Auch wenn die Familie zum Glück (noch) nicht betroffen ist, hat die Pandemie auch das Laufjahr durcheinander gewirbelt. 

 

Nachdem im März klar wurde, dass der Rennsteiglauf und alle anderen Planungen sich in Luft auflösten, sank auch die Motivation für längere Läufe. Hinzu kamen Probleme mit dem Piriformis, den ich bis dahin gar nicht kannte, und eine generelle Schwerfälligkeit. Eine kleine OP sorgte im Juni schließlich auch noch für eine Laufpause, so dass  im ersten Halbjahr nur 871 km zusammen kamen.

 

Zum Glück fand ich Alternativen zum ernsthaften Training. Nachdem ich mich mit der Wanderapp Komoot immer mehr angefreundet hatte, begann ich mit meinen Laufpartnern an jedem Wochenende neue Strecken zu erkunden. Komoot steuerte uns wie ein Autonavi per Ansage oder Blick auf die Karte über die vorher geplante Strecke. Irgendwann lernte ich auch, gestrichelte Wege zu meiden, da diese meist zugewucherte Pfade sind.

Diese Strechken wurden immer stärker unter touristischen Gesichtspunkten ausgewählt und waren fast immer ziemlich bergig. Der Gehlberger Bergpfad, der virtuelle Rennsteigmarathon über den Flößgraben, die Felsen im Lauchagrund, der Lange Berg und die Kammerlöcher waren einige der Ziele. Allerdings waren lange Läufe meist nur 23 bis 25 km lang.

Zum Jahresende werden es wohl 1800 km, so wenig wie noch nie in einem Jahr ohne Verletzung. Dies Kilometer verteilen sich jedoch auf 150 Läufe und das sind so viele wie noch nie.

update: Es sind 1836 km geworden.