21. August 2017

Erfurt Marathon - An den Ampeln bitte warten!

Das Wetter wurde mit Temperaturen unter 20° ausgesprochen lauffreundlich vorausgesagt. Daher entschloss ich mich, den langen Trainingslauf einfach im Rahmen des Erfurt Marathons zu absolvieren.

Die letzten Jahre hatte mich dieser Marathon  schon interessiert. Doch zeitlich hatte es nicht gepasst und mich auch wenig gereizt, an einem Sonnabend mit Startnummer zwischen Touristen und Shopping-Queens durch die Altstadt zu laufen.


Das Start- und Zielgelände in einem Kanuklubzeigte jedoch, dass es eine ernsthafte Veranstaltung ist. Mitläufer beruhigten mich , dass die Strecke solide markiert sei und man nur in der Altstadt aufpassen müsse. Doch erst einmal setzte sich der Tross von letzlich 71 Läufer Richtung Norden an der Gera entlang in Bewegung. Es ging weitgehend durch schöne Parks bis nach Gispersleben und auf der anderen Seite des Flusses wieder zurück.

Entgegen aller Befürchtungen lief die Strecke dann nicht durch die trublige Altstadt sondern über kleine Straßen und Fußwege. Die Anzahl der Ampelstopps hielt sich in Grenzen. Der Petersberg mit Blick über die Stadt war trotz der Treppen beim Aufstieg ein echter Höhepunkt.

Hier hatte ich Hermann aus Vorarlbberg aufgegabelt, der nach einer Wette seinen ersten Marathon hier laufen wollte. Überhaupt waren im überschaubaren Läuferfeld allerhand Starter aus anderen Ländern dabei.

Bald lag die Stadt hinter uns und durch Parks ging es Richtung Steiger, dem Stadtwald. Hermann ließ ich zurück, da er deutlich langsamer wurde.

Es gibt schöne und weniger schöne Wege durch den Steiger. Leider hatte man erst mal die weniger schönen gewählt - steil bergauf auf ausgewaschenen Wegen durch Gartenanlagen erreichten wir die Halbmarathonmarke und über ähnliche Wege ging es wieder ins Tal. Dort erwartete uns ein nach dem Regen der Vortage schmieriger Weg auf dem ich mich mit meinen Straßenlaufschuhen kaum halten konnte. Umsomehr bewunderte ich die Einradfahrer die mit uns unterwegs waren.

In Waltersleben lag bei Kilometer 27 die nördliche Wendestelle. Die müde werdenden Beine wurden nun durch etwa 5 Kilometer waldige Bergabstrecke entlastet. An deren Ende streckte mich eine Wurzel nieder. Bis auf einige Kratzer und den Schreck war aber nichts passiert. Die letzten Kilometer durch die Stadt und Parks vergingen gut - nur an den Verpflegungsstellen machte ich nun längere Stopps.


Zum Glück bewahrheitete sich meine Befürchtung nicht, dass man ein Kilometerschild vergessen hätte. Im Ziel hatte ich nach 4:13 Stunden nur 40,4 Kilometer auf der Uhr. Aber wenn der Veranstalter behauptet, es wäre eine Marathon, dann muß es stimmen.

Fazit: Durch Ampeln, Treppen und nicht abgesperrter Strecke sowie 450 Höhenmetern ist es mit Sicherheit kein Marathon, um irgendwelche Bestzeiten zu laufen. Ein Marathon zum Schauen und Genießen ist es auf jeden Fall und die Organisation ist ziemlich perfekt.

18. August 2017

Stundenlauf Ichtershausen - Sieg


Irgendwas reizte mich, mal wieder eine Stunde lang auf der Tartanbahn im Kreis zu laufen. Als ich noch jung und schneller war, habe ich mir auf die Sekunde vorgenommen, welches Tempo ich eine Runde laufen wollte. Inzwischen laufe ich los und schaue was raus kommt.
Gefühlt waren nach dem Start die meisten der 21 Läufer vor mir. Nach dem ersten Kilometer piepste die Uhr bei 4:24 Minuten, den zweiten Kilometer brauchte ich 4:26 Minuten. Die folgenden Runden lief ich konstant zwischen 4:35 und 4:40 Minuten. Im Nachhinein fand ich das beeindruckend.

Seltsamerweise finde ich immer die erste halbe Stunde schlimmer als die zweite, wenn der Lauf auf das Ende zugeht. Das Ende war nach 12.859 Metern erreicht, was immerhin meinen erster Sieg in einer  Altersklasse bedeutete. Ich brauche ja nicht zu verraten, dass es auch nur zwei Starter in der Altersklasse gab.


Auffällig ist allerdings, wie die Leistung altersbedingt abnimmt, obwohl ich alle Jahre relativ konstante Laufumfänge habe.


2017 (56 Jahre) 12.859 m
2014 (53 Jahre) 13.227 m
2009 (48 Jahre) 13.490 m
2008 (47 Jahre) 13.315 m