31. März 2020

Laufen in Zeit der Corona

Da ich meinen Blog eigentlich nur noch mit Wettkampferinnerungen fülle, ist es in diesem Frühjahr leer geworden.  Nachdem der geplante Hamburg-Marathon und der Rennsteiglauf abgesagt wurden, mutiere ich zum noch reineren Genußläufer. Ohne schlechtes Gewissen lasse ich mich nun durch Arbeiten an Haus und Garten vom Laufen abhalten.

Lieblingsstelle meiner längeren Läufe
Erstaunlich ist jedoch, wie viele Läufer, denen man eine lange Laufabstinenz ansieht, nun bei ungemütlichem Wetter unterwegs sind. Man erkennt sie an den schlurfenden Schritte, fast altertümlichen Laufsachen oder den viel zu dicken Jacken. Es ist wie in den ersten beiden Januarwochen, wenn viele ihre guten Vorsätze verfolgen.

Laufziel Schloss Molsdorf
Wahrscheinlich wird der Laufboom aber ebenso schnell abflauen, wenn wieder mehr Freizeit- und Shoppingmöglichkeiten verfügbar sind. Doch vielleicht erleben auch die verbleibenden Volksläufe in diesem Jahr neue Teilnehmerrekorde.

3. Februar 2020

Dreikirchenlauf

Wenn im Januar kein Schnee liegt, kann man auch an einem Laufwettkampf teilnehmen. Wenn es nicht ein Marathon in Coburg oder Leipzig sein soll, bietet sich in der Nähe nur der Dreikirchenlauf in Günthersleben bei Gotha an. Knapp 10 km auf ziemlich flacher, asphaltierter Strecke ist in Thüringen eher rar, selbst im Sommer. Außerdem trifft man Anfang Januar die Läufer, die man in der warmen Jahreszeit fast ständig sieht.


Der Lauf findet nun schon zum 11. Mal statt und hat mit 300 Teilnehmern eine gute Resonanz. Vor dem Start gab es den Segen, und ein Teil der Startgebühren flossen in die Gemeindekassen.

Mit Weihnachtsspeck und ohne ansatzweise Vorbereitung hatte ich natürlich keine Vorstellung, wie schnell ich loslaufen sollte. Also versuchte ich es einfach nach Gefühl. Die Kilometer vergingen in ca. 4:50 min. Nur die letzten beiden Kilometer im Gegenwind wurden einige Sekunden langsamer. Zieleinlauf nach 9,8 km war bei 48:04 min. Damit war der Kilometerschnitt etwas schneller als vor 4 Jahren an gleicher Stelle und das hatte ich lange nicht.

22. Dezember 2019

Das war 2019

Auch wenn das Kalenderjahr noch über einer Woche hat, ging mein Laufjahr wahrscheinlich heute zu Ende. Es erstaunt mich fast selbst, wie konstant ich noch laufe. Nur die Zeiten werden gleichmäßig immer etwas langsamer.

Sonnenwendefeuer - die Tage werden länger
Vier Marathons und zwei Ultras waren es in diesem Jahr. Neben dem Quebec-Marathon war der läuferische Höhepunkt wieder der Rennsteig-Etappenlauf. Insgesamt bin ich auf 2133 Kilometer bei 145 Läufen gekommen, was durchschnittlich 14,5 Kilometer pro Lauf entsprach. Bei den Gesamtkilometern war ich durch eine größere Anzahl kürzerer Läufen leicht über den letzten Jahren.

Wenn alles gut geht, stehen im kommenden Jahr mehrere Laufjubiläen an. Dann laufe ich seit 15 Jahren Marathons und  der 100. Marathon (und länger) wird wohl beim Rennsteiglauf erreicht. Nachdem ich einmal beim Supermarathon in Oberhof aufgehört habe, könnte es auch der 10. ganz absolvierte Supermarathon werden. Zum Hamburg-Marathon bin ich angemeldet und wenn ich dann noch einen Marathon in Baden-Württemberg schaffe, habe ich alle Bundesländer erlaufen.

Allen, die hier immer noch mitlesen, wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das komende Jahr.

24. November 2019

Vereinsmeisterschaft im Nebel

Bei den Vereinsmeisterschaften des Rennsteiglaufvereins Ende November habe ich fast jedes Wetter erlebt: Schnee, Regen und auch mal Sonne. In diesem Jahr lag dichter Nebel im Schwarzatal, der entgegen der Voraussagen sich auch nicht lichtete.

Ich hatte auch alle möglichen Gesundheitszustände im Laufe der Jahre erlebt, wobei  Erkältungssymptome fast die Regel waren. Dieses Jahr hatte ich die Erkältung weitgehend überstanden, nachdem ich in den vergangenen drei Wochen nur einmal gelaufen bin.


Ohne irgendwelche Ambitionen lief ich zügig los und nach ca. 300 Metern hatte sich das kleine Feld sortiert. Von drei deutlich schnelleren Läufern wurde ich auf dem folgenden Kilometer überholt und einen überholte ich. Wie im vergangen Jahr war der steile trailige Abschnitt an der Fischzucht mit 80 Höhenmetern auf 600 Metern fordernd.

Nach 11,5 Kilometern, 1:04:48 Stunden und 277 Höhenmetern war ich im Ziel, bekam einen heißen Tee und freute mich auf die Dusche und das Vereinsgedöns am Nachmittag im warmen, trockenen Saal. Dort wurde ich dann auch wieder in das Präsidium gewählt. Meine Leistung bei der Vereinsmeisterschaft dürfte dabei wohl nicht das Kriterium gewesen sein.

17. Oktober 2019

Quebec-Marathon

Man wird es mir nicht glauben. Aber erst war das Urlaubsziel festgelegt, die Flüge gebucht und dann habe ich geschaut, ob es in dieser Zeit einen Marathon in Ostkanada gibt. Der Quebec-Marathon passte perfekt in die Mitte der Rundreise.



Nach den wirklich beeindruckenden Niagarafällen und vielen bunten Blättern im Indian Summer kamen wir in Quebec an. Zuvor war ich immer noch mal 5-7 km gelaufen, um mich nicht ganz zu entwöhnen.


Das Hotel La Concorde war bestens gewählt. Es lag nicht nur direkt am Start und Ziel, sondern bot aus dem Zimmer in der 23. Etage einen traumhaften Blick über die Altstadt auf den St.-Lorenz-Strom, wo auch gerade noch die Queen Mary 2 lag.


Grobe Laufplanung war, noch einmal die 4 Stunden zu probieren. Option war aber auch, es in einen Genusslauf umzuwandeln, wenn das Ziel unerreichbar würde. Die Temperaturvorhersage wurde immer besser und auch die kalten Winde der Vortage hatten sich am Start gelegt.

Rund 1200 Marathonis starteten und konnten die ersten Kilometer sich leicht bergab zum Wasser einlaufen. Bald ging die Strecke dann flach durch schöne Parkanlagen an einem Zufluss des Stroms entlang. Mein Schnitt von 5:25 war ok, aber auch nicht ganz leicht. Das Rennsteiglaufshirt war hier nicht kommunikationssteigernd und so lief ich allein vor mich hin.


Ein bunt ausgeleuchtete Tunnel und der Blick von unten auf die Altstadt waren nach 20 Kilometern die Highlights und erforderten trotz Zeitverlust das Fotografieren. Auch die Stimmung war ausgelassen mit vielen laut jubelnden Zuschauern.


Die wundervolle Altstadt genießen konnte man zwischen Kilometer 25 und 28 Kilometer weniger, ging es doch jeden Kilometer ca. 30 Höhenmeter bergan.

Mit der verlorenen Zeit hätte ich nun einen Sechserschnitt durchhalten müssen, was mir schwer erschien.

Nun wurde die Strecke auch etwas öder, letztlich ging es auf einer vierspurigen Straße geradeaus und dann wieder zurück.
Bei Kilometer 37 überholte mich der Zugläufer für die 4 Stunden und kurz danach der für die 2 Stunden, der inzwischen dazu gekommenen Halbmarathonläufer. Keine Verzweiflung in mir aber auch keine Chance das Tempo mitzuhalten.

Der Zieleinlauf war dann stimmungsvoll, wie ich ihn selten erlebt habe. Zudem führten die letzten 300 m leicht bergab und vermittelten das Gefühl, in das Ziel zu fliegen. Die Zeit von 4:04:08 h war dann auch bei 250 Höhenmetern ok.