24. Juni 2018

Mädchenetappe bei der Rennsteigstaffel

Beim Rennsteigstaffellauf bleiben von den 10 Etappen üblicherweise die kürzeren Etappen  den Frauen und langsameren männlichen Läufern. Ich bekam bisher meist eine der langen Etappen über den Beerberg oder den Inselsberg. Da die Staffelpartnerin aus der Nachbarschaft aber 24 Jahr jünger und eine halbe Minute auf dem Kilometer schneller ist, darf ich mal die Mädchenetappe ab der Neuen Ausspanne laufen und sie muß über den Inselsberg .

Am Vormittag steigern die einlaufenden Nachrichten mit den  Wechselzeiten  die Aufregung. Die Wartezeit an der Wechselstelle ist immer schön und steigert die Anspannung. Man trifft allerhand Bekannte und beobachtet die Wechsel der schnelleren Staffeln.

Beim Warmlaufen erkundete ich schon mal die ersten 1,5 Kilometer der Strecke. Zwar bin ich sie schon neunmal beim Supermarathon gelaufen, aber in anderer Richtung. Wie steil werden die Berge sein, die man sonst zwischen Kleinem Inselsberg und Neuer Ausspanne runter gerollt ist?

Dann ging es wie immer schnell. Angela, die viel besser als in den Vorjahren ist, übergibt den Chip und es geht sofort in den Berg hinein. Ich bin überrascht, denn es läuft sich viel besser als beim Warmlaufen - 5:10 Minuten für den ersten Kilometer. Die folgenden Kilometer gehen deutlich unter 5 Minuten weg. Damit entsteht das Ziel, mal wieder einen profilierten Wettkampf im Schnitt unter 5 min/km zu laufen. Dass ich etwa auf jedem Kilometer einen Läufer überhole motiviert.

Unterschätzt habe ich jedoch die Steigung ab dem Heuberghaus. Auf 2,5 Kilometer geht es 120 Meter gleichmäßig nach oben. Inzwischen recht erschöpft sinken die Kilometerschnitte auf 5:30 min/km. Dann noch einge hundert Meter bergab und schon übergebe ich. Die Uhr bleibt bei 1:09:13 Stunden für 13,7 Kilometer stehen. Schnitt 5:05 min/km bei 240 Höhenmeter.

Nach einer kurzen Pause geht es mit dem Auto zur letzten Wechselstelle und dann zum gemeinsamen Zieleinlauf nach Hörschel. Ein schöner Tag mit Lauffreunden geht dort zu Ende - und die offizielle Zeitmessung behauptete einen Schnitt von 5:00 min/km. Das akzeptiere ich mal so.

17. Juni 2018

Einmal schnell, einmal lang

Stundenläufe sind altmodisch - keine Party, keine spektakulären Hindernisse - einfach nur eine Stunde auf der Tartanbahn so schnell laufen, wie es geht. Es ging bei optimalen 15° eigentlich genauso wie im Vorjahr. Nur die ersten beiden Kilometer lief ich mit 4:32 etwas langsamer, dann immer um die 4:38 und den letzten Kilometer 4:22.


Das waren dann zum Schluss 12,81 Kilometer und der Sieg in der Altersklasse von immerhin 4 Läufern. Interessant finde ich die Gesamtübersicht meiner Stundenläufe:

2018 (57 Jahre) 12.810 m
2017 (56 Jahre) 12.859 m
2014 (53 Jahre) 13.227 m
2009 (48 Jahre) 13.490 m
2008 (47 Jahre) 13.315 m

Zwei Tage später stand ich 22.00 Uhr beim Apfelstädter Nachtlauf am Start. Dabei hatte ich wieder nicht den Plan, die volle Zeit auszunutzen und bis 8.00 am Morgen zu laufen. 35 Kilometer waren geplant, angemeldet hatte ich mich, als die Tagestemperaturen um die 30° lagen.


Am Tag nach der Anmeldung kam eine Geburtstagseinladung. Vielleicht sind 2 Bratwürste und ein Bier doch nicht die optimale Laufvorbereitung, aber auf der 1,75 Kilometer-Runde gibt es ja Gelegenheiten für den Boxenstopp. Abgesehen davon war der Lauf in die Nacht wie immer ein ganz besonderes Erlebnis. Irgendwann muß ich da noch mal bis zum Frühstück laufen.

7. Juni 2018

Auf den Kickelhahn

Dieses Jahr war der 30. Kickelhahn-Berglauf. An sieben Läufen habe ich teilgenommen und ich liebe diesen Berglauf mit 5,6 Kilometern und 370 Höhenmeter.


Der Ablauf ist bekannt und die Hetzerei an teilsmehr als 10% Steigung auch. Die Steigung verteilt sich vor allem zwischen Kilometer 1,2 und 3 sowie zwischen Kilometer 4,3 und dem Ziel.
Mit 38:40 war ich wieder  langsamer als früher - das ist wohl das Schicksal.



Oben gab es bei schönstem Wetter Speis und Trank und außerdem zum Jubiläum ein Stirnband. Dann durfte man zum Auslaufen die gleiche Strecke wieder zurück.

29. Mai 2018

Krampfhafter Supermarathon

Eigentlich hätte alles perfekt werden können. Mit 800 Kilomtern und allerhand langen Läufen war ich ganz gut vorbereitet, keinesfalls schlechter als in den Vorjahren. Die Vorhersage mit 20° im Schmiedefelder Ziel entsprach meinen Vorstellungen und ich war erstaunlich unaufgeregt.


Das Prozedere in Eisenach ist bekannt, wenn ich auch nicht viel Zeit vor dem Start hatte. Die Sonne beleuchtet die Turmuhr, der Hubschrauber kreist, man hat allerhand Lauffreunde begrüßt und sich mit ihnen abgelichtet.


Dann  geht es entspannt los und man saugt noch die Stimmung  ein, bevor es bergan aus Eisenach hinaus geht. Irgendwann hat mein einen Blick auf die Wartburg im Morgenlicht.



Über ein Shirt vom Two Oceans Marathon fand ich eine Begleiterin  und gefühlt recht schnell war der Inselsberg erreicht.

Zwischen Kreuz und Ebertswiese setzte das Desaster ein. Ich weiß nicht, ob zuerst der Mann mit dem Hammer da war oder die einsetzenden Krämpfe. Jedenfalls war erst einmal eine Gehpause nach der Verpflegungsstelle Ebertswiese angesagt. Nach der Nahrungsaufnahme war zwar der Hammermann weitgehend verschwunden, aber jeder Versuch mehr als bergab leicht zu joggen, wurde sofort mit wachsenden Krämpfen bestraft. Psychologisch war es ein ganz schönes Problem, sich nun noch 35 km durchschlagen zu müssen und stets überholt zu werden.

Hinter dem Sperrhügel traf ich Jens, der umzugsbedingt nur wenig trainiert hatte und ans Aufgeben in Oberhof dachte. Einmal hatte ich dort aufgehört und mich dann so darüber geärgert, dass dies keine Option  für mich war. Also ging es im stoischen Selbstbeobachtungsmodus halb wandernd halb joggend weiter.

 Am Beerberg erschein eine Zeit von 9:45 Stunden realistisch. Allerdings weigerte sich der Körper auf den letzten 5 km auch nur krampffrei zu joggen. Wenigstens in der Zielgasse konnte ich wieder laufen und freute mich über die selbst mir zujubelnden Zuschauer, über die meinen Namen nennende Sprecherin und vor allem darüber, nach 9:59 Stunden endlich da zu sein.

Es muß ja nicht immer einfach sein. Bei der Party konnte ich wieder auf die Bänke steigen - es war also nicht so schlimm.


17. Mai 2018

Marathon zum Louvre

Zwei Wochen vor dem Rennsteiglauf war ein langer Lauf zwingend notwendig. Doof ist nur wenn man das Wochenende fern der Heimat in Lille verbringen muß. Aber  es gab ja an diesem Sonntag den Marathon du Louvre - nicht zu dem in Paris sondern von Lille zur Außenstelle des Louvre in Lens. Bevor ich mirr irgendeine fremde Strecke suchte, kann ich da auch mitlaufen. Hauptproblem war das ärztliche Attest - eine deutsch-französische Vorlage fand ich hier. Lästig war jedoch die ewige Wartezeit beim Hausarzt, der mir für 25 Euro  die notwendige Unterschrift leistet.

In einem anderen Land ist alles anders und manches unklar. Die Startnummern gab es ohne Zutaten in einem Decathlon am Vortag, auch die vergessenen Sicherheitsnadeln konnte  ich noch irgendwo kaufen. Ansonsten wies am Vortag nichts auf den Marathon mit immerhin 2000 Läufern und zusätzlichen Staffeln und Wanderern hin. Bei der Gepäckabgabe wurden mit der Hand Papiertüten mit den Startnummern beschrieben, was die Wartezeit vor dem Start stark minimierte.

Ansonsten war alles vertraut. Ein Sprecher babbelt, dann fällt der Startschuss und das Feld schiebt sich los. Hinter dem Start nahm in der Stadt keiner mehr Notiz von uns. An einem Sonntag schaut in Frankreich noch niemand um 9.30 Uhr auf die Straße.

Außer dem Rathaus und dem barocken Port de Paris wurden alle Sehenswürdigkeiten in Lille gemieden. Eher lustlos lief ich im Sechserschnitt die Kilometer ab. Nach 10 Kilometern stieg die Stimmung, in den Dörfern waren Zuschauer und Musikbands und die Verpflegungsstellen waren gut bestückt, was nach der Ausschreibung unklar war.


Von Kilometer 14 bis 33 ging es mit Unterbrechungen am Canal de la Deûle entlang. So was finde ich ja gut, gibt es doch bei mir in 50 km Umkreis kein fließendes Gewässer, das man nicht durchwaten kann.


Ab der Hälfte überholte ich eine immer größer werdenden Zahl wandernder Läufer. Das motiviert irgendwie. Nach Kilometer 30 gönnte ich mir an den Verpfelgungsstellen gelegentlich Gehpausen - es sollte ja ein ruhiger Lauf werden. Dafür konnte ich die letzten beiden Kilometer locker dem Ziel zustreben. Die 4:23 waren schneller als vorher geplant, aber auch langsamer als zwischendurch errechnet.


Und der Louvre in Lens, den man kostenlos ungedusch besichtigen kann, war den Lauf auch wert.