22.9.26

Um den Tegernsee

Vor über 15 Jahren war ich in einem Internetforum „Laufen-aktuell“ aktiv. Dort tauschten sich mehr oder weniger ambitionierte Freizeitläufer über ihr Hobby aus, und manch einer betrieb – genau wie ich – einen eigenen Blog zum Thema. Vor großen Wettkämpfen traf man oft viele Bekannte aus dem Forum und freute sich, einander endlich einmal persönlich kennenzulernen. Heute haben vermutlich Instagram und TikTok die Rolle der damaligen Foren übernommen – aber so genau weiß ich das gar nicht.

An diesem Samstagnachmittag sitze ich in der Sonne vor dem Gut Kaltenbrunn hoch über dem Tegernsee und plaudere mit Lizzy. Sie ist wie ich ein Dinosaurier aus alten Forumszeiten, auch wenn wir mittlerweile beide nur noch bloggen. 

Vor vier Jahren hat mich der Tegernsee mit seiner malerischen Umgebung während eines Kurzurlaubs fasziniert und mich überhaupt erst auf den Tegernseelauf aufmerksam gemacht. Lizzy hat meinen Plan im Blog entdeckt und sich spontan zur Teilnahme motivieren lassen. Wir freuen uns über das Wiedersehen. Wie früher quatschen wir übers Laufen – nur dass inzwischen die Läuferleiden mehr Raum einnehmen als die jüngsten Heldentaten.

 

Obwohl Lizzys 10-Kilometer-Lauf und mein Halbmarathon am nächsten Morgen zusammen starten, laufen wir uns im Startbereich nicht mehr über den Weg. Das Gut Kaltenbrunn platzt mit rund 6.000 Läuferinnen und Läufern aus allen Nähten – was allerdings auch schon der einzige Kritikpunkt an der ansonsten tadellosen Organisation bleibt.

Es ist herrlich sonnig, obwohl der Wetterbericht eigentlich einen bedeckten Himmel angekündigt hatte. Für Mitte September brennt die Sonne noch erstaunlich heiß. Ich genieße den Lauf, der zwar größtenteils auf der Straße verläuft, aber fast durchgehend einen wunderbaren Blick auf den See bietet. Die Strecke ist mir nicht ganz fremd, da ich sie vor vier Jahren streckenweise schon abgelaufen bin. Doch heute, unter blauem Himmel und strahlender Sonne, wirkt die Kulisse noch einmal traumhafter.

In der zweiten Hälfte verlässt die Strecke öfter die Straße und führt über schmalere Fußwege. Hier wird es spürbar eng, sodass man sich im dichten Mittelfeld schlicht mitschwimmen muss. Ab Kilometer 17 fällt mir der Schritt schwerer, und ein langgezogener Anstieg zwingt mich zu ersten kurzen Wandereinlagen. Auch auf dem letzten Kilometer, der noch einmal bergan zum Ziel führt, muss ich wieder ein paar Schritte gehen. Hier macht sich unmissverständlich bemerkbar, dass mir zuletzt die langen Läufe und die Höhenmeter inzwischen fehlen.

 Dann erreiche ich schließlich das stimmungsvolle Ziel auf dem Gutshof, wo zahlreiche Zuschauer die Läufer ins Ziel klatschen. Mit 2:17 Stunden bin ich im Rahmen meiner Erwartungen – was am Ende Platz 102 von 177 in der Altersklasse bedeutet.

Wenig später sitzen wir wieder gemeinsam im Biergarten. Lizzy hat die 10 Kilometer ebenfalls mit Würde gemeistert, und bei einem kühlen Getränk fühlt es sich fast wieder so an wie in den guten alten Zeiten. Das Bild habe ich von ihr geklaut.


30.8.26

Durch die Erfurter Nacht

… bin ich eigentlich gar nicht gelaufen. Der 10-Kilometer-Lauf startete bereits um 19:30 Uhr. Auch wenn ich nicht mehr der Allerschnellste bin, war ich nach 56:16 Minuten im Ziel – und da war es bestenfalls leicht dämmerig.

Hätte ich so etwas wie einen festen Trainingsplan, würde ein Wettkampf über 10 Kilometer ideal in die Vorbereitung auf den Tegernsee-Halbmarathon in drei Wochen passen. Das Hauptkriterium bei der Anmeldung war jedoch schlicht, dass der Rennsteiglauf-Verein das Event veranstaltet und ich einfach wieder Lust hatte, Rennluft zu schnuppern.

Ich war mit dieser Idee nicht allein: Über 2.500 Läuferinnen und Läufer waren gemeldet. Knapp 1.000 von ihnen kamen wie ich nach 10 Kilometern noch bei Tageslicht ins Ziel. Die Teilnehmer über 5 Kilometer und den Halbmarathon starteten erst später und erlebten tatsächlich noch die echte Nacht.

Die Strecke führte malerisch an den Festungsmauern des Petersbergs vorbei in den Nordpark und durch die Altstadt zurück. Lief ich auf den ersten Kilometern noch ein sehr konstantes Tempo mit einem Schnitt von 5:30 min/km, wurde es auf den letzten Kilometern durch das Pflaster der Altstadt etwas zäh. Aber da war das Ziel glücklicherweise nicht mehr weit.

Umso überraschter war ich beim Blick auf die Ergebnisliste: Trotz der eher mäßigen Zeit belegte ich den 2. Platz von fünf Läufern in der Altersklasse M65 – lediglich 16 Sekunden hinter dem Sieger. Gesamtrang 354 verdeutlicht zudem, dass vor allem Gelegenheitsläufer das Feld prägten.


9.5.26

Rennsteiglauf - wieder der Halbe

Die schönsten Bilder gab es vor dem Lauf, als sich die Sonne durch die Bäume und den sich lichtenden Nebel schob. Doch viel Zeit hatte ich nicht, da für mich Startblock 3 vorgesehen war. Erst im Startblock wurde mir klar, dass vor allem Vielfach-Rennsteigläufer dieses Privileg bekamen. Das ist sicher nicht so schön, für die schnelleren Läufer in den folgenden Startblöcken, aber ich beschloss, es einfach zu genießen.

Ich traf Jens wieder, mit dem ich vor vielen Jahren mehrere längere Läufe absolviert hatte. Uns begleitet noch ein anderer Jens. Das Wetter war traumhaft - sonnig und kühl. Mit Jens I. tauschten wir uns über die vergangenen Jahre aus und genossen den Lauf. 

Irgendwann war mir dieser Jens zu langsam und Jens II. erklärte mir, dass auch wir vergangene Lauferlebnisse teilten. Nach über 20 Jahren kann man sich nicht mehr an jeden erinnern. 

 Hinter dem Berberg bei Kilometer 11, hatte ich kurz die Idee meine Vorjahreszeit zu erreichen und verließ Jens II. nach vorn. Das wurde dann nix, denn auch auf den letzten 10 Kilometer bremsten kleinere, fast vergessene Bergaufpassagen und ab Kilometer 15 machten sich die fehlenden längeren Läufe bemerkbar. Doch es war letztlich kein Problem, denn das Ziel kam stetig näher und nach 2:25 Stunden war ich da.

 

Im Ziel interviewte mich ein weitere Jens noch kurz. 

Nach dem Duschen verfolgte ich mit einem Bier in der Hand den Zieleinlauf der Sieger des Marathons und Supermarathons, was dann die emotionalsten Momente waren. Die Sieger hießen übrigens nicht Jens, was wohl auch an ihrem jüngeren Alter lag.

3.5.26

Alteburglauf 2026

Der Alteburglauf  am Rande meiner Heimatstadt findet zum 47. Mal statt. Etwa bei 10 Läufen war ich seit 2004 in der schönsten Laufgegend meiner Stadt dabei. 

Wie immer genoß ich die Stimmung vor dem Lauf und schwatzte mit Bekannten. Im Gegensatz zu früher, hatte ich jedoch etwas Bedenken wegen der ca.180 Höhenmeter auf 10,6 Kilometer, da ich kniebedingt Berge im Training meide.

Eine Woche vor dem Rennsteig-Halbmarathon war der Plan moderat zügig zu laufen.

So lange es recht eben war, zeigte die Uhr etwa 5:30 min/km. Die langen mäßigen Anstiege bremsten und an steileren Abschnitten ging ich, wo ich einst immer lief. Da wurde ich dann auch etwas überholt.

Die letzten 1,5 Kilometer machte ich wieder etwas Tempo und nach 1:04 Stunden war ich im Ziel, was letztlich sogar Platz 3 von 6 in der AK war. Unspektakulär und schön. Ach ja: früher war ich schneller. 

25.4.26

Citylauf Arnstadt

 Meine Heimatstadt hat mit etwas über 20.000 Einwohnern zwar keine City aber einen Citylauf. Der führt mangels der - ich hatte es erwähnt - fehlenden City ein bisschen durch die Innenstadt, durch den Stadtpark und durch ein Irgendwo. Mangels Größe muss man die Stecke 4 mal und ein Stückchen mehr durchlaufen. 

Bisher bin ich nur einmal vor 17 Jahren mitgelaufen, da ich die Strecke nicht sonderlich attraktiv fand und mir kurz vor den damals längeren Rennsteigläufen ein schneller Zehner nie in das Programm passte.

Inzwischen ist alles anders und ich stand mit knapp 60 weiteren Läufern am Start und freute mich,  alte Bekannte wiederzusehen. 

Idee war etwa 5:30 min/km zu laufen, was 55 Minuten für 10 Kilometer bedeutete. Irgendwie schien die Geschwindigkeit zu stimmen, auch wenn die Uhr immer etwas zwischen 5:10 und 5:40 anzeigte. Die Abschnitte in der Sonne und die minimalen Steigungen war durchaus spürbar. Die Auswertung auf Strava zeigte jedoch, dass ich die Runden konstant lief.

Als meine Uhr 10 Kilometer zeigte, waren es noch wenige Sekunden bis 55 Minuten. Allerdings ging es noch 250 Meter auf den Markplatz hoch, so dass es dann 56:21 Minuten waren. Letztlich unspektakulär anstrengend für eine Zeit, die vor einigen Jahren noch mein Trainingstempo war. Vor 17 Jahren war ich übrigens 12 Minuten schneller.