19. Juni 2017

50 Kilometer sind irgendwie auch ok

Da der Ausdauer- und Genußlauf in Plaue schon das dritte Mal stattfand, hatte ich ein schlechtes Gewissen, noch nie bei den Lauffreunden im Nachbarort gestartet zu sein. Dieses Jahr passte es als Füll-Ultra gut in den Plan.

Es war eine dieser kleinen Veranstaltungen mit viel Liebe und Engagement, bei denen das Verhältnis zwischen Läufern und Helfern fast 1:1 ist. Es reicht dort 15 Minuten vor Beginn anzukommen - Parken, Anmeldung und Start liegen unmittelbar nebeneinander und man hat noch Zeit ein paar Worte zu wechseln.

Da 6 Stunden lang werden konnten, suchte ich mir einen Mitläufer zum quatschen. Der war mir zwar minimal zu schnell, aber bevor ich allein laufe, zog ich mit. Bei einem Boxenstopp bei Kilometer 15 verlor ich ihn. Die Zeit wurde dennoch nicht lang, man wurde gelegentlich von den Führenden überholt oder lief selbst an anderen Läufern vorbei, dich ich gern auch ein Stück begleitet. Auch meinen ersten Mitläufer überholte ich, als er nun ging - es war wohl auch zu schnell für ihn gewesen.


So ging es bis Kilometer 35, doch dann kam der Mann mit dem Hammer. Die Unterzuckerung konnte ich zwar mit Kuchen und Cola ausgleichen, doch war der Riemen runter und die Verpflegungspausen wurden immer länger.

Gabi, die letztes Jahr hier gewann, hatte mir mindestens 50 Kilometer aufgetragen. Auch die letzten beiden Runden mit Jens motivierten mich nicht, noch weiter zu laufen. Nach 5:23 Stunden beendete ich den Lauf, etwas frustriert, dass es recht schwer war. Die relativ wenigen Kilometer nach dem Rennsteig gepaart mit einem längeren Lauf am Montag waren wohl die Gründe. Aber 50 Kilometer sind auch irgendwie ok.

8. Juni 2017

Unternehmenslauf 2017

Der Veranstalter ist zumindestens bemüht. Diesmal wurde das Feld von über 8.000 Läufern in kleinen Gruppen auf den Weg geschickt. Das dauerte dann länger als geplant, so dass wir 45 Minuten auf den Start warten mußten.

 Kalt geworden, begrub ich meine Idee richtig schnell zu laufen. Da ich die Kollegen im Gedränge verloren hatte, versuchte ich, es einfach zügig hinter mich zu bringen.

Nach 16:25 Minuten hatte ich die inzwischen nur noch 3,6 Kilometer lange Strecke bewältigt, was 4:33 min/km bedeutete.

1. Juni 2017

Kickelhahn zum Sechsten

So ein Blog ist schon genial - ich kann nachvollziehen, dass ich beim Kickelhahnberglauf schon 2005, 2007, 2011, 2012 und 2016 teilgenommen hatte. Wahrscheinlich ist es der Hauptgrund, warum ich den Blog noch betreibe.

Bei den Berichten ist zu sehen, wie ich immer langsamer werde - von anfangs Zeiten um die 34 Minuten und im Jahr 2001 sogar einmal 33:13 bin ich inzwischen bei 36:40 angekommen.

Dennoch ist es immer wieder spektakulär, auf 5,3 Kilometer 390 Höhenmeter zu überwinden. Das Wetter passte mit 20° und nach 5 Kilometer einlaufen, hatte ich die immer noch supermarathonbelasteten Beine auch recht locker bekommen.

Diesmal ging ich es etwas moderater als im vergangenen Jahr an, als ich zu zeitig gehen mußte. Durch die vielen schnellen Studenten und Wintersportler war ich recht weit hinten im Feld und mußte auch noch einen ungeplanten Stopp einlegen. Dann kämpfte mich irgendwann sogar an Jens vorbei, der mich am letzten Anstieg wieder überholte.

Oben genoß ich wie immer die tollen Blicke, bevor es wieder die gleiche Strecke zum Auslaufen runter ging.

29. Mai 2017

Alteburg-Staffellauf

Nach dem Training auf einen langen Laufwettkampf soll man ja durchaus erfolgreich kurze Wettkämpfe anschließen können. Ob damit gemeint ist, 4 Tage nach dem Supermarathon über 73,5 Kilometer in einer Staffel 1,3 Kilometer zu laufen, sei mal dahingestellt.

Jedenfalls suchten die liberalen Freunde wieder einen fünften Mann mit dem Ziel mindestens Fünfter zu werden. Die Runde sollte in einer Zeit mit einer Fünf vor dem Komma absolviert werden. Bei den Liberalen ist die 5 eine magische Zahl.

Gefühlt waren mir die 3 Kilometer einlaufen zu wenig. Ich hätte besser 5 Kilometer laufen sollen, damit die Beine locker werden. Jedenfalls hatte ich nicht nur eine Fünf sondern sogar eine Sechs vorn stehen - 6:03 min. Das waren dann fünf Sekunden mehr als im Vorjahr. Wir wurden Elfter - die Zahl fanden alle auch schön.

22. Mai 2017

Supermarathon: Früher war ich mal schneller

Matthias Schulze läuft seinen 40. Supermarathon auf dem Rennsteig und deshalb widmete ihn die Regionalzeitung eine ganze Seite. So stand ich bei meinem achten Start faktisch als Frischling auf dem Eisenacher Marktplatz. Eigentlich fühlte ich mich gut und hatte hinreichend viele Kilometer dieses Jahr  zurückgelegt. Die Hitze und das Unwetter der Vortage war vorbei. Doch der Ausstieg vor drei Jahren in Oberhof hat mich Demut gelehrt. In Würde Ankommen war das Ziel.


Die üblichen Begrüßungen untereinander vor dem Start waren vertraut. Ich sah Inga und Thielo und wieder einmal erkannten mich einige Läufer, bei denen ich nur vage Vorstellungen habe, woher ich sie kenne. Aber keiner war dabei, der als Opfer in Frage kam, mit mir die nächsten Stunden laufend zu verbringen.

Einen richtigen Plan hatte ich nicht, als ich allein unter 2.000 Läufern loslief. Bald war Gabi neben mir, mit der ich vergangenes Jahr bis zum Inselsberg lief, bevor sie mir wegrannte. Dieses Jahr ließ ich sie schnell ziehen, als ich Dagmar und Silvo überholte, die ich für Mario und Christin verließ bis Sandra kam, die von Petra abgelöst wurde. Außerdem waren da noch einige andere, die ich erwähnen müsste. Bis zum Inselsberg wechselte ich so zwischen den Lauffreunden hin und her. Dabei war ich keineswegs zu schnell – auf dem Inselsberg war ich viel später als jemals zuvor. Dafür lag der Turm in der Sonne und hob die Stimmung weiter.
Die Bummelei hatte den schönen Effekt, dass ich mich so frisch wie noch nie fühlte und nun viele Hügel hoch lief, die ich eher wandernd in Erinnerung habe. Die Sonne schien und an der Verpflegungsstelle Possenröder Kreuz ist der einsame Bläser durch eine ganze Kapelle ersetzt worden.

Ein Ultra wird im Kopf gelaufen. Wenn man denkt, „Nur noch ein Marathon“ und dann „Nur noch 30 Kilometer“, ist alles in Ordnung. Nun waren Carsten und Ines in meiner Nähe und da war auch schon Oberhof. Die fehlende Zeit vom Inselsberg hatte ich nicht wesentlich hereinlaufen können. So ein bisschen rechnete ich, ob es noch 9 Stunden werden, was ja immerhin im letzten Jahr meine schlechteste Zeit war. Konstanze, mit der ich viele Kilometer lief, hatte sie fest im Blick. Doch irgendwie war es mir nicht wert, mich dafür zu quälen und  so ließ ich Konstanze ziehen.

Vor dem Beerberg fiel ich letwas länger in den Wanderschritt als die anderen noch liefen und hatte erstmalig das Gefühl zurück zu fallen. Kurz vor der Schmücke stellte sich der übliche Krampf ein, was eine längere Gehpause verursachte. An der letzten Verpflegungsstelle nahm ich den obligatorischen Becher Bier, der auch nicht durch zügige Laufbewegungen gefährdet werden durfte. Das Vorhaben, mit Carsten gemeinsam ins Ziel zu laufen, scheiterte an der nach 70 Kilometern mangelnden Geschwindigkeitsregulierung.


Da war es dann auch, das schönste Ziel der Welt, das mir wieder kleine Freudentränen beim Zieleinlauf entlockte – selbst wenn ich 10 Minuten länger als im Vorjahr gebraucht habe. Auch dass Cabo an der Gepäckwiese meinte, ich wäre doch sonst schneller gewesen, störte mein Wohlbefinden nicht -  in Würde mit Freude angekommen!