17.6.12

Rennsteigstaffellauf: Wie schnell werden 171,1 km gelaufen?

Der Rennsteigstaffellauf ist immer wieder einfach ein tolles Ereignis. 10 Läufer teilen sich die Strecke von 171,1 km über den gesamten Rennsteig von Blankenstein nach Hörschel. Die 230 Startplätze sind etwa 5 Minuten nach dem Meldebeginn Neujahr um 0 Uhr ausgebucht.
Die letzten Jahre hat sich Petra nicht nur um den Startplatz sondern auch um die gesamte Organisation gekümmert und ich brauchte immer nur etwa 20 km schnell durch den Wald rennen - das war schön einfach. Da Petra in diesem Jahr als Organisatorin ausfiel, sprangen Angela und ich ein.


Als nach dem Rennsteiglauf die heiße Phase der Vorbereitung begann, stellte sich heraus, dass wir nur fünf Läufer waren. Stammläufer hatten ehepaarweise gleich frühzeitig abgesagt und viele "Vielleicht" waren inzwischen zu einem "Leider doch nicht" geworden. Zum Glück fand Angela mit Alexandra, Julian und Max richtig gute Ersatzläufer. Ich konnte unter Zuhilfenahme von Alkohol Uwe und Stan überreden. Etappen über 13 km, von denen ich ihnen erzählte, gibt es wirklich. Nur sollten sie die nie laufen. Außerdem habe ich einen schönen Plan gemacht, wie schnell jeder so laufen könnte und dabei einfach Optimismus walten lassen. Besser es wartet die Ablösung als der angekommene Läufer auf seinen Nachfolger.

Entweder hat sich jemand vermessen oder der Lauf ist länger


Am Vorabend in Blankenstein hatten wir nicht nur schönes Abendlicht sondern im Gasthauses Rennsteig auch eine Bewirtung in klassisch brummiger Retroart. Zumindestens die Lage des Gasthofes  direkt am Start war optimal. Die Mixstaffel starten 5 Uhr und damit eine Stunde vor den Männern. Angela hatte sich die erste Etappe vorgenommen, um dann die restlichen 153 km die Staffel auf dem Fahrrad zu begleiten - es gibt noch wahre Heldinnen.



In Grumbach nach 17,5 km wollte ich Angela ablösen und meine 20 km angehen.Das Warten an der Wechselstelle zehrt an den Nerven. Noch vor ihr kamen die ersten Männerstaffeln in einem irren Tempo vorbei. Dann war Angela da und ich war vor allem froh, dass ihr Knie gehalten hatte.


Ich bin die zweiten Staffelstrecke schon einmal vor sechs Jahren gelaufen. Inzwischen hat man sie über weite Abschnitte von der Straße weg auf Wurzelwege gelegt - auch schön. Ich wurde häufig von den sehr schnellen Männerstaffeln überholt, ohne selbst allzu viele Staffeln zu überholen. Das war weniger schön. Die letzten Kilometer zog es sich ewig aufwärts. So hatte ich es nicht in der Erinnerung. Doch dann kam die Zollwiese ich und konnte die nun schon ziemlich schweißgetränkte Armtasche mit dem Chip an Vroni weitergeben.

Von nun an brauchte ich nur noch anfeuern und fuhr nach Neuhaus zum nächsten Wechsel. Hier traf ich Uwe und Stan, die aufgeregt auf ihren Einsatz warteten.

Das hübsche Mädel neben ihm hat er nicht mal bemerkt
Auch bei Vroni war meine Einschätzung etwas zu optimistisch gewesen, aber sie hat einen guten Lauf bei teilweisen schwülen Temperaturen gehabt. Mißlich war nur, dass es für die hinteren Läufer an den Wechselstellen keine Getränke mehr gab.


Für Uwe und Stan waren ihre Etappen wohl recht hart wegen den für sie ungewohnt langen Strecken und der drückenden Schwüle im Wald. Aber das Glück es geschafft zu haben, stand ihnen hinterher im Gesicht.


In Allzunah wurde klar, dass es in Oberhof einen Notstart für uns geben würde. 16 Uhr werden in Oberhof die Läufer auch dann gestartet, wenn ich Staffel noch nicht da ist. Man muß ja bei Licht ins Ziel kommen.


Sabine konnte über meine Tipps, einfach unter 5 min/km zu laufen, nicht so recht lachen. Sie hatte die schwerste Etappe von Allzunah über den Großen Beerberg nach Oberhof. Wir begleiteten sie mit dem Auto und reichten ihr an den Straßenquerungen Getränke, sprachen ihr Mut zu und lichteten sie ab, während Angela voran radelte um in Oberhof unsere Läuferin zu erreichen. Nora stiftet dieses Bild vom Notstart.



Leider war ich den Rest der Staffel dann nicht mehr dabei. Nora, Alexandra, Julian und Max sind auch ein tolles Rennen gelaufen. Leider hat sich Max dann noch kurz vor dem Ziel verlaufen. Richtig weit vorn lagen wir in der Wertung der Staffel nicht und eigentlich auch nicht in der Mitte oder der hintern Mitte des Feldes. Spaß gemacht hat es aber allen.

Bilder gibt es hier und da.

14.6.12

Wie schnell kann ich eigentlich laufen?

Ichtershausen muss man eigentlich nicht kennen. Früher war es ein eher unansehliches Dorf an der Straße von Arnstadt nach Erfurt. Nachdem inzwischen das größte Gewerbegebiet Thüringens am Erfurter Kreuz zur Gemeinde gehört, bekamen nicht nur alle Straßenlaternen Blumenschalen sondern der Ort auch ein erneuertes Schwimmbad und ein nagelneues Sportzentrum. Natürlich wehrt sich Ichtershausen gegen die Eingemeindung in die Kreisstadt Arnstadt, mit der man ein nahezu geschlossenes Siedlungsgebiet bildet. Medien könnten den Ort als Beleg zeigen, wie gut es denen im Osten geht, und dabei nicht erwähnen, dass Ichtershausen schon eine große Ausnahme ist.
Die Abspaltung  eines Arnstädter Sportvereins bescherte dem neuen Sportzentrum eine Leichtathletiksektion und der Arnstädter Stundenlauf zog hierher. Wer Erfahrungen mit Vereinsleben hat, weiß ziemlich genau, was da wohl ablief.  

Zur Vorbereitung des Rennsteigstaffellaufes, an dem ich Sonnabend 20 km zu laufen habe, erschien mir ein Tempotraining sinnvoll, der Stundenlauf aber zu viel. Der in Ichtershausen auch angebotene Halbstundenlauf bot sich als Alternative an. Leichter Regen und 14° waren ziemlich optimales Laufwetter für mein Vorhaben 7 km zu laufen. Rechnerisch bedeutet dies etwa 1:45 min pro Stadionrunde.

So ein Zeitlauf ist ziemlich einfach. Man rennt im vorgenommenen Tempo los und wartet darauf, ob man abstirbt. So war es dann auch. Nach zwei zu schnellen Runden hatte ich mein Tempo gefunden, lief es konstant durch und konnte die letzten beiden Runden noch etwas beschleunigen. (Dachte ich bis ich die Auswertung sah.) Der stärker werdende Regen und der aufkommende Wind verhinderten übermäßige Schweißausbrüche.
Die gelaufenen 7080 m bedeuten einen Schnitt von 4:13 min/km. So schnell war ich noch nie, allerdings bin ich außer beim Cross auch noch nie so eine Kurzstrecke im Wettkampf gelaufen.