4. Oktober 2020

Rennsteig.Herbst.Lauf

Dieses Jahr ist alles anders. Noch nie in meiner aktiven Laufzeit war ein Halbmarathon im Oktober der längste Wettkampf des Jahres - der Marathon beim Rennsteiglauf@home zähle ich mal nicht als Wettkampf. Ich schwanke immer, ob ich vernünftig oder überängstlich bin. Aber der Körper hatte signalisiert, dass ich mich auf Läufe um die 20 km beschränken soll. Da passte der Rennsteigherbstlauf über 21 km perfekt und es war ein guter Grund, auf den ebenfalls stattfindenden Trail über 34 km zu verzichten.

 

Auch beim Herbstlauf war es anders. Statt von Neuhaus nach Masserberg wurde eine Runde um den Zielort gelaufen. Gestartet wurde in Gruppen von 25 Läufern mit jeweils drei Minuten Abstand. Da ich mich spät angemeldet hatte, war ich in der vorletzten Gruppe 45 Minuten nach den ersten Läufern . Kurz nach dem Start waren gefühlt alle Läufer der Gruppe vor mir und ich begann zu überlegen, wie es sein wird, allein auf den bereits geleerten Sportplatz in das Ziel zu laufen. Als nach ca. 1,5 Kilometern ein Läufer den nächsten Gruppe an mir vorbei flitzte, überlegte ich welche Psychotherapeuten ich so kenne.


Doch bald sah ich Läufer vor mir, denen ich immer näher kam. Ich konnte nicht unterscheiden, ob es Läufer aus meiner oder der vorherigen Gruppe waren. Ich begann über den Rest der Strecke Läufer einzusammeln und meine Uhr zeigte Kilometerzeiten, die mich in Anbetracht meiner nicht vorhandenen Erwartungen überraschten.

An der ersten Verpflegungsstelle nahm ich mir noch eine verschraubte Flasche Wasser, an den beiden folgenden verzichtete ich. Bei Temperaturen um 8 Grad überhitzte der Körper nicht so stark.

Nach 12 Kilometern war die entfernteste Stelle erreicht und nun ging es auf bekannten Wegen auf und neben dem Rennsteig zurück. Das Laufen fühlte sich weiter gut an, auch wenn die Anstiege etwas schwerer fielen. 

Nach 2:09:21 hatte ich die 21,7 km mit 320 Höhenmeter hinter mir. Auf dem Sportplaltz waren noch genügend Menschen und es kamen auch noch Läufer nach mir ins Ziel. Ich kenne ja auch keine Psychotherapeuten.



Kommentare:

Manfred hat gesagt…

Lieber Jörg,

wie schön! Ein "echter" Lauf mit anderen und dann in so schöner Umgebung! Da ist das Ergebnis doch eigentlich zweitrangig und es ist toll, dass du immerhin schon mal wieder einen Halben laufen konntest!

Na, dann weiterhin alles Gute!
LG Manfred

lizzy hat gesagt…

Du bist eindeutig vernünftig und bleibst beim Laufen und bei Laune.

Aber sollte es irgendwann notwendig werden: wir haben doch ein Internet ;)
https://www.psychotipps.com/selbsthilfe/minderwertigkeitsgefuehle.html