4. September 2016

In der Nacht duch Erfurt

Die Konzentration in der Volkslauflandschaft schreitet voran. Bei Laufszene-Thueringen.de habe wir vor einiger Zeit in Thüringen einen Anstieg der Laufteilnehmer um ca. 40 % in den letzten 6 Jahren festgestellt. Diese Zunahme ging jedoch fast ausschließlich auf die Firmenläufe und zwei große Läufe, darunter den Sportscheck-Nachtlauf in Erfurt, zurück. Auf der Strecke blieben die kleinen Veranstaltungen von Vereinen, so ging Gesamtzahl um 15 % zurück.

Ein Freiplatz von Erdinger führte auch mich zum Sportscheck-Nachtlauf, womit ich einer von 1641 erwachsenen Startern war. Nach dem Rennsteigetappenlauf vor zwei Wochen und hitzebedingt wenigen Kilometern danach wollte ich beim Halbmarathon mal wieder etwas Tempo versuchen. Ziel war es, unter 1:45 Stunden zu kommen.

Der Start auf der Petersberg-Zitadelle hat den Vorteil, dass man auf den ersten beiden Kilometern kontinuierlich ca. 30 Höhenmeter verliert. Allerdings war die erste Runde duch die gleichzeitig gestarteten 5-km-Läufer recht voll. Die Uhr beobachtete ich kaum - nur nach der ersten Runde stellte ich fest, dass ich mit 25:xx min ziemlich im Plan lag.
Die zweite leere Runde war zur Streckenbeobachtung geeignet. Nach dem langen sanften Abstieg geht es in allerlei Kurven teils über Pflasterstraßen durch die Altstadt. Man passiert das in der Nacht unauffällige Augustinerkloster - da wo Luther Mönch war. Nach ca. 2,5 km läuft man über Krämerbrücke und Rathausplatz, wo viele Menschen in der lauen Sommernacht  hinter den Absperrungen in Straßenkneipen sitzen. Allein diese Passage ist der ganze Lauf wert. Nach einigen Nebenstraßen umläuft man die neue Oper, um auf den letzen 500 Metern wieder den Petersberg zu erklimmen und durch das beleutete Tor in die Festung einzulaufen.

Die dritte Runde lief dann so dahin. Ein Läufer mit Fußballerstruktur brachte Abwechslung und legte jedesmal, wenn ich ihn überholt hatte, einen Sprint ein. Nach einigen hundert Metern überholte ich ihn erneut und das Spiel begann von vorn und endete erst in der vierten Runde, als er nicht mehr konnte.



Der Versuch in der vierten Runde noch etwas zuzulegen scheiterte schnell - letztlich nahm meine Pace von 4:37 min/km in der ersten Runde auf 5:04 in der letzten Runde kontinuierlich ab. In der vierten Runde überholten mich die schnellen 10-km-Läufer in größerer Zahl. Irgendwie hat man dann das Gefühl, stehen zu bleiben. Am letzten Aufstieg versuchte ich noch locker den Berg hochzukommen und dann war ich auch schon im Ziel - 1:42:36 Stunden. Hier reichte es immerhin für Platz 2 in der AK und Platz 58 von 224 Läufern gesammt.

Bei allem Kommerz und den recht hohen Startgebühren ist es auf jeden Fall eine stimmungsvolle Veranstaltung. Doch auch die kleinen Läufe bergauf und -ab mit anschließendem Kuchenbuffet behalten ihren Wert.

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