5. Oktober 2015

Rennsteig-Herbstlauf

Nein, es muß nicht immer Marathon sein. Nach diesem Motto mache ich seit einigen Wochen die Kurzstreckenläufe in meiner Umgebung unsicher. Vorläufiger Abschluss bildete der Rennsteig-Herbstlauf über behauptete 20 km von Neuhaus nach Masserberg, also die erste Hälfte des Marathons beim Rennsteiglauf.

Wetter und Anreise waren gut und in Neuhaus kam so ein bißchen Rennsteiglaufstimmung für Arme auf, als der berühmt - berüchtigte Hans im Glück vor dem Start den Schneewalzer anstimmt. Einige Zeit vorher hatte er sich noch gewundert, dass niemand 30 Minuten vor dem Start an selbigem stand.

Wie beim richtigen Lauf, konnte man die bunter Läuferschar nach dem Start die Karl-Marx-Straße hochlaufen sehen. Wahrscheinlich gehört auch der Straßenname  zum rustikalen Ambiente des Rennsteiglaufs und darf nicht mehr geändert werden. Statt auf der Landstraße geht es beim Herbstlauf ab Neuhaus durch das Gewerbegebiet und dann entfernt parallel auf einem Waldweg bis zum Sandwieschen. Von dort führt die Strecke wie gehabt weiter.

Unterschied war nur, dass ich im Gegensatz zum Marathon deutlich schneller lief. 1:45 h war die geplante und 1:40 die erhoffte Zielzeit. Weitgehend bergab bis Limbach lief es gut, wenn ich auch das Gefühl hatte, nicht richtig Druck machen zu können. Hinter Limbach wurde ich von einigen Läufern bergan überholt, es sollte fast die einzigen bleiben. Der Wurzelweg nach Friedrichshöhe brauchte Aufmerksamkeit, doch selbst die Matschlöcher waren nicht richtig matschig nach dem trockenen Sommer.

Hinter Friedrichshöhe auf dem breiten Forstweg zur Eisfelder Ausspanne konnte ich einige andere Läufer überholen. Ich hoffte, dass es noch weit bis zur Ausspanne und dann nicht mehr soweit bergan ist. An der Eisfelder Ausspanne kamen die letzten 10-km-Läufer auf die Strecke. Da sie deutlich langsamer waren, verwirrten sie nicht weiter und blokierten auch nur selten zu dritt nebeneinander die nun schmalen Waldwege. Wie immer wunderte ich mich, dass der Anstieg zum Rennsteigwarte nur an wenigen Stellen etwas steiler ist.

Blicke auf die Uhr machten klar, dass es eine 1:42 wird, falls die Strecke irgendwie doch noch auf 20 km kommen sollte, was unwahrscheinlich erschien. Dann tauchte vor mir Christin auf, die ich schon die vergangen 2 Wochen vor mir in das Ziel laufen sah. Doch da ging es schon bergab und wie gewohnt, bretterte sie im irren Tempo den Berg hinunter und entschwand. Hinterher klärt sie mich auf, dass sie Weitspringerin war, zu deren Training Bergabsprints gehören. Was es alles so gibt.

Im Ziel blieb die Uhr bei 1:38:50 h stehen, doch der Garmin zeigte nur 19,3 km an.

Bis ich mit allen Freunden und Bekannten die detaillierten Auswertungsgespräche beendet hatte, waren die 20 Kuchen der Dorffrauen schon aufgefuttert und die Schlange am Bratwurststand immer noch lang. Der freie Eintritt in die Therme hat diesen gravierenden organisatorischen Mangel jedoch kompensiert.

Erstaunlich - bei etwa gleichem Trainingszustand bin ich 105. von 321 Männern geworden, währen ich bei den Minibergläufen der Vorwochen bestenfalls am Anfang des letzten Drittels landete

Kommentare:

Lauf Markus hat gesagt…

Glückwunsch zu dem tollen Ergebnis!

Das Pulsmesser hat gesagt…

Linke Straßennamen, kein Kuchen und noch nicht mal richtig matschige Matschlöcher. Ich habe beim Lesen mitgelitten!

Frederic Biermann hat gesagt…

Glückwunsch zu dem guten Ergebnis und vielen Dank für den kurzen Einblick in den Rennsteiglauf.
Ich plane diesen im kommenden Jahr mit einem Lauffreund auf der langen Distanz zu laufen. Sprich: Von Kuchen werden wir wohl gar nichts sehen, aber vielleicht haben wir ja Glück, das die Schlange am Bratwurststand weg ist, bis wir ins Ziel kommen.

Läufst du kommenden Jahr auch wieder den Rennsteig?

Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet
Frederic