21. April 2015

Hannover ist schön!

Was mache ich hier eigentlich? Diese Frage stellte als ich irgendwo bei Kilometer 10 durch nette aber ziemlich austauschbar Vorortstraßen lief. Ziemlich genau drei Monate nach dem Unfall, wollte ich probieren, ob wieder ein Marathon geht. Da der Fuß unebenen Untergrund immer noch nicht gut findet, sollte es ein Lauf auf Asphalt sein und so wurde es irgendwie Hannover.

Anstelle der geplanten defensiven 6 min/km ließ ich mich auf den ersten Kilometern durch nette Gespräche zu 5:30 min/km verleiten. Dann plötzlich in das Bummeltempo zu verfallen ist auch doof, also hielt ich die Geschwindigkeit bei.

Schon beim Start hatte sich der Morgendunst aufgelöst und die Sonne schien mir auf das Haupt. Der Hannover-Marathon führt immer wieder in Schleifen in die Vororte. In Innenstadtnähe vereinen sich zeitweise Marathon und Halbmarathonstrecke. An diesen Abschnitten ist Stimmung, die Menschen genießen die Sonne und haben oft Stühle und Tische an die Strecke gestellt.

Irgendwo nach der ersten Schleife treffe ich auf meine Frau, bitte sie Sonnencreme zu besorgen und gehe auf die nächste Vorortrunde. Nach der läuferischen Besichtigung weiterer Wohngebiete wird mir die Sonnencreme gereicht und ich gebe das lange Laufshirt ab, da die Sonne trotz kühler Luft immer stärker wärmt.

Die Halbmarathonmarke ist passiert und damit Zeit für das erste  Zwiegespräch mit dem eigenen Körper - alles in Ordnung. Das Tempo bleibt konstant. Stimmung, Verpflegungsstände, ruhige Vororte - so geht es voran. Ab und an trifft man nun auf die Halbmarathonläufer die 1,5 Stunden später gestartet sind, dann teilt sich die Strecke erneut und nach Stimmung und Verpflegungsständen kommen wieder ruhige Vororte.

Ab Kilometer 30 wird meine Geschwindigkeit minimal langsamer. Doch der große Einbruch wird unwahrscheinlicher und das Polster reicht selbst bei einem kleinen Einbruch für vier Stunden. Doch auch der kleine Einbruch kommt nicht.

Die letzte Schleife führt durch die Herrnhäuser Gärten, aber die kann ich nun doch nicht mehr so ganz genießen, dafür das Bier, das von einem privaten Verpflegungsstand bei Kilometer 40 gereicht wird. Dann sieht man schon das historistische Neue Rathaus, wo sich Start und Ziel befinden.



Kurz vor dem Ziel freue ich mich Sandra und Tom auf der Halbmarathonstrecke zu sehen. Wir laufen gemeinsam in das Ziel. Für mich zeigt die Uhr 3:56:38 Stunden - Hannover ist einfach schön!

Kommentare:

Sandra hat gesagt…

Hahaha, das Bilde ist echt der Knaller!!
Toller Bericht, es war wirklich ein toller Zufall, dass wir uns kurz vorm Ziel auf der Strecke getroffen haben!

Viele Grüße
Sandra

Lauf Markus hat gesagt…

Wahnsinn, dass es so gut lief! Glückwunsch!

Das Pulsmesser hat gesagt…

Das nenne ich mal eine vollständige Genesung! Glückwunsch!

ultraistgut hat gesagt…

Glückwunsch nach dieser Durststrecke jetzt den Marathon - da lacht das ♥, wenn alles wieder so gut läuft !

lizzy hat gesagt…

das lese ich ja jetzt erst (im Kilometerspiel - ich sollte mal wieder häufiger in Blogs gucken), dass du Marathon gelaufen bist in Hannover. Im Gegensatz zu mir heute aber zum lockeren auch noch richtig flott. Bin beeindruckt. Herzlichen Glückwunsch!

Frau Mohr hat gesagt…

Ich musste sehr schmunzeln über den Satz "Dann plötzlich in das Bummeltempo zu verfallen ist auch doof, also hielt ich die Geschwindigkeit bei."

So geht das also mit den schnellen Marathons ;)