15. September 2014

Flößgrabenlauf: Nebel, Schlamm und Hetzerei

Novemberwetter im September motiviert nicht unbedingt zu einer Laufveranstaltung, noch dazu wenn der Lauf auf die Berge des Thüringer Waldes und damit in die Wolken gehen soll. Zumindestens regnete es nicht mehr beim Aufstehen. Für den Flößgrabenlauf sprach nicht nur, dass er optimal in die Planungen passte, sondern auch, dass die alte Strecke ausgesprochen schön war. Seit diesem Jahr gab es einen Halbmarathon auf ähnlicher Strecke.

Dass bei der Ankunft in Gräfenroda die Anzahl der Sportler überschaubar war, lag an meiner Unfähigkeit Zeitpläne zu lesen, aber wohl auch am grauen Wetter. Diejenigen, die kamen waren aber nicht die Warmduscher, Hobbyjogger und Schönlinge sondern die harten Kerle, also solche wie ich. Manche behaupten auch, es kamen nur die Bekloppten, also auch solche...

Nach dem Start zog  sich das Feld der 48 Läufer schnell auseinander. Als nach drei Kilometern die 17 Läufer der kürzeren Strecke abbogen, stellte ich mich schon auf einen zügigen Sololauf durch die Berge ein.

Doch auf dem steilen Anstieg zur Staumauerkrone der Lütschtalsperre geschah es. Ein Weißhaar überholte mich mit zügigem Schritt. Oben kam ich wieder ran und überholten ihn, bevor er am nächsten Anstieg wieder vorbei zog. Das ganze Spiel ging einige Male und wir jagten uns. Schließlich lag ich vorn, obwohl die Strecke nun erst sanft bergab und dann eben um die Tasperre ging. Seine Schritte blieben aber dicht hinter mir. Hinterher sah, ich dass ich einen Kilometer angeblich in 3:30 min/km gelaufen sein soll - glaube ich aber nicht.

Am letzen richtigen Berg nach 13 km oder so zog Weißhaar vorbei und ließ mich stehen. Keine Chance mehr für mich, ich war platt. Oben sah ich ihn auch nicht mehr und so fehlte die Motivation auf den letzten Kilometer auch das Letzte aus mir heraus zu holen. Außerdem galt es nun gewaltige Schlammlöcher zu umkurven. Zieleinlauf nach 22 km und 500 Höhenmetern bei1:57:00 h und damit Platz 3 von 8 Läufern in der Altersklasse.  Obwohl ich nicht schneller bin als früher, lande ich nun öfter auf dem Treppchen. Überleben hilft.

Kommentare:

ultraistgut hat gesagt…

Musste mich erst einmal umsehen, ob du Jörg bist oder nicht, es ist hier so hell, früher war es dunkel !

Öfter auf dem Treppchen, freue dich, liest sich sehr gut.

Je älter man wird
umso größter die Chance auf das Treppchen
das habe ich auch erfahren
die sogenannte Konkurrenz wird weniger !! ;)

Jörg hat gesagt…

Ach so hell ist es hier schon lange. Die Konkurrenz wird zwar weniger, aber ich bin wie vor 10 Jahren immer noch in der teilnehmerstärksten AK.

lizzy hat gesagt…

so gesehen ist auch Altern gut für irgendwas ... schönreden hilft ;)

Glückwunsch! schöner Lauf, wie mir scheint.