8. September 2014

Erfurt bei Nacht

Wettkämpfe im Laufsport gibt es in in meiner Heimat reichlich. Von kleinen Vereinen getragen, sind es zumeist Landschaftsläufe, zu denen sich für eine kleine Startgebühren selten mehr als 100 ambitionierte Läufer treffen. Die ganze kulturelle Umrahmung besteht aus Kuchenbuffet, Bratwurststand und Bierverkauf. Der Sportscheck-Nachtlauf in Erfurt ist dagegen eine ganz andere Veranstaltung. 
Als einer der wenigen Läufe in der Umgebung ist er ein Stadtlauf, wenn die Strecke über Kopfsteinpflaster und mit 30 Höhenmeter auf jeder der 5-km-Runden auch kaum bestzeitenfähig ist. Mit Start und Ziel in der Zitadelle auf dem Petersberg über dem Domplatz hat er eine besonders stimmungsvolle Location. Der ersten beiden Kilometer sind unspektakulär, bevor die Strecke, gut abgesperrt, über die touristischen Highlights Krämerbrücke und Fischmarkt führt. Nach einem Blick auf den beleuchteten Dom geht es zum Schluss immer steiler werdend durch das spektakulär ausgeleuchtete Peterstor auf die Zitadelle zurück.

Auf dem Petersberg gab es nach 2 Runden nicht nur alkoholfreies Freibier zu trinken und ausgestellte Autos zu sehen, sondern auch allerhand Verkaufs- und Werbestände und, nicht zu unterschätzend, ausreichende Toiletten. Ganz in der Nähe fand auch die After-Run-Party für die ungeduschten Läufer statt. Da ging ich lieber nicht hin. Für 27 Euro Startgebühr gab es zum perfekt organisierten Lauf auch noch ein Funktionsshirt.
Eigentlich wäre es mir dennoch zu teuer und zuviel Rummel, da ich den Startplatz aber nicht selbst bezahlen mußte, war es ok und 1.000 Finisher können nicht irren. Gerade nicht so schnelle Läufer können hier Wettkampfatmosphäre schnuppern ohne einsam hinterher zu laufen. Damit hat der Lauf seine Berechtigung.

Ein schneller Trainingswettkampf ist ja nicht schlecht und mit 45:46 min wird man hier 7. in der Altersklasse und 108. von 424 Männern. Klingt doch fast gut.

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