27. April 2014

Die Elbe abwärts

Der Oberelbemarathon stand schon lange auf meiner to-do-Liste. Er führt  von Königstein immer die Elbe entlang nach Dresden. Dieses Jahr ergab sich die Gelegenheit, ihn mit ein paar Tagen Urlaub in der Sächsischen Schweiz zu verbinden. Ich liebe deren Sandsteinfelsen und die Wanderwege mit den Stiegen - also Leitern oder steilen Treppen im Fels.

Ob auf dieser Stiege jeder durch die Felsen kommt?

Der Startplatz des Marathons in Königstein an der Elbe im Angesicht der Festung könnte nicht schöner sein. Man trifft alte Bekannte und läßt sich ablichten, so lange man noch gut aus sieht.



Mit Carsten, der letzte Woche in Südafrika den Two-Oceans-Marathon gelaufen ist, wollte ich zusammen loslaufen und irgendwas unter 4 h bleiben. Genau hatte ich meinen Zieleinlauf für den vorgesehenen zügigen Trainingslauf nach 3:50 h angekündigt. Eigentlich lief mir Carsten aber zu schnell los - jedenfalls hatte ich das Gefühl. Die Luft stand im Elbtal, das die Sonne schon am Vormittag gut aufheizte. Der Garmin zeigte mir aber im Nachgang konstant Zeiten von knapp unter 27 min für 5 km, die ich bis zu km 35 hielt.

Der Marathon ist ein Lauf  für das Auge - die ersten ca. 15 km läuft man im engen Elbtal und hat Blicke auf die umgebenden Felsen. Von oben sieht das etwa so aus - eine Kamera hatte ich diesmal beim Lauf nicht dabei.


Bei km 18 erreicht man Pirna. Die Stadt mag zwar schön sein, aber jede Straße der Altstadt im Zick-zack abzulaufen, macht nur bedingt Spaß. Da die Stadt nicht so riesig ist, war man bald draußen. Zwischen Kilometer 20 und 30 liegt wohl der wenig attraktivere Teil der Strecke. Mir ging es allerdings jetzt richtig gut und ich ließ Carsten hinter mir zurück, da er etwas Tempo rausnehmen wollte. Doch die Sonne machte mir in den Elbauen immer mehr zu schaffen und ich sehnte die Verpflegungstellen herbei, um mir Wasser über das Haupt zu gießen.

Da ist Carsten noch dabei
Bei Kilometer 30 läuft man an Schloß und Park Pillnitz vorbei und einige Kilometer weiter unter dem Blauen Wunder, einer der berühmten Elbbrücken, hindurch. Auf den Höhen sind die markanten Albrechtsschlösser zu sehen und dann folgt die umstrittene, aber gar nicht so hässliche Waldschlößchenbrücke und schon sieht man die Silhouette des historischen Zentrums. Ein Marathon zum Sightseeing.

Quelle: Webseite des Veranstalters
Allerdings muss ich zugeben, dass die größten Sehenswürdigkeiten für mich bald die Kilometerschilder mit den abnehmenden Zahlen waren. Jetzt verlor ich mehr Zeit an den Verpflegungsstellen und auch meine Schritte wurden etwas langsamer, bevor sie auf den letzten beiden Kilometern noch man schneller wurden. Der Zieleinlauf nach 3:49:07 war im Heinz-Steier-Stadion wunderschön und das nicht nur, weil ich froh war, pünktlich und auch überhaupt da zu sein.


Kommentare:

Tati hat gesagt…

Hallo Jörg,
Glückwunsch zum Finish bei einem meiner Lieblingsmarathons. Leider konnte ich nicht nach Dresden kommen um euch anzufeuern. Da hätte der Haussegen recht schief gehangen.
Das mit dem warmen Wetter scheint sich langsam einzubürgern beim OEM. Vielleicht sollte ich mal wieder die ganze Strecke mitlaufen. Da waren jedes Mal nur 5-15°C und Regen bzw. Hagel :-o .
Erhol dich gut. Wir sehen uns am Rennsteig, wenn es mir gut geht auf der SM-Strecke :-D .

Liebe Grüße
Tati

weinbergschnecke hat gesagt…

Hallo Jörg,
auch von mir herzlichen Glückwunsch zum Finish "nach Plan". Einen Teil der Strecke habe ich im Urlaub mal kennen gelernt, hatte da aber keine Laufsachen dabei. Liest sich, als sollte ich den Lauf nachholen - wenn ich ihn nur "privat mache", kann ich den Zickzacklauf durch Pirna ja weglassen. :-)

Viele Grüße & gute Regeneration,
Anne

Markus hat gesagt…

Glückwunsch zum Finish in einer wirklich tollen Zeit!

lizzy hat gesagt…

wow - was für eine Zeit bei welch einem offensichtlich schönen Lauf. Sieht aus, als täte der mir auch gefallen können ;)

Glückwunsch und sammel ordentlich frische Kraft für den Rennsteig.

marathonwoman hat gesagt…

Puh, schaut gut aus ... muss ich ev. doch mal machen. Glückwunsch zur - in meinen Augen - Top Zeit. die werde ich wohl nie erreichen, aber egal! Glückwunsch!

Jörg hat gesagt…

@ all:
Danke für die netten Kommentare. Der Lauf ist wirklich uneingeschränkt zu empfehlen. Er ist die einmalige Mischung zwischen Landschaftsmarathon und irgendwie auch Stadtmarathon mit Krach und am Ende einigen Zuschauern.