9. Juli 2013

Keine Hundert sind auch keine Lösung

Sechs Jahre ist es her, dass ich beim Thüringenultra meinen ersten Ultra in der 2x50 km Staffel lief – so ein Blog hat doch Vorteile als Erinnerungsstütze für alternde Läufer. Miss Steffi ist zwar jünger als ich, aber vor fünf und vor vier Jahren liefen wir da auch schon gemeinsam die Staffel, bevor sie zur Hausarbeit angehalten wurde und ich allein die ganze Strecke laufen musste.

„Man muss nicht jedes Jahr 100 km laufen“, sagte ich mir jedoch im letzten Jahr leise und manchmal auch laut. Das klang dann verdammt cool. Jedenfalls konnte ich Steffi wieder für die Staffel gewinnen.
Wenn schon weniger laufen, dann gleich richtig. Die Staffel über 2x50 km besteht inzwischen aus Etappen über 55 km und 45 km. Im Zuge des staffelinternen Frauenförderplans durfte Steffi die längere Strecke laufen, die dazu einige Höhenmeter mehr hat. Doch dafür sah sie unterwegs noch richtig gut aus und beim Wechsel in Floh-Seligenthal war sie auch richtig schnell.



Im Gegensatz zum ersten Mal 2007 fehlte mir die Aufregung, wenn mich auch der Rennsteiglauf gelehrt hatte, nichts auf die leichte Schulter zu nehmen. Auf 6 km ging es vom Wechsel immer noch die knapp 500 Höhenmeter zur Ebertswiese hoch. Nach den beiden Hundertern der letzten Jahre auf dieser Strecke fand ich erstaunlich, welche Berge man noch so laufen kann.

In Tambach hat man die Höhe wieder verloren. Die 1:22 h für 13 km über die Berge fand ich schon gewagt schnell – ob das mal gut geht? Ab dort schüttete ich mir an jeder Verpflegungsstelle Wasser über den Körper. Den Wettbewerb um Mister Wet T-Shirt hätte ich gewonnen, wenn das das veranstaltende Lauffeuer in Fröttstädt mal eine ordentliche Wertung gemacht hätte!


Wenigsten jubelten die frauengeförderte Steffi und das Begleitteam mir immer ordentlich an den Verpflegungsstellen zu.  Zugejubelt wurde mir auch von den Sheerleadern an Kilometer 95.

Doch hatte ich hier ja noch nicht einmal einen Marathon hinter mir und die schattenlose Strecke auf den letzten Kilometern ließ mein Lauftempo sinken. Mit den verbliebenen Hügeln und den Pausen an den Verpflegungsstellen ging der Schnitt auf über 6 min/km. Aber das Futterangebot incl. der Specials wie Melonen und Bier war zu verführerisch. Mit Hilfe meiner 4.35:35 h wurden wir insgesamt Zweite der Mixstaffeln.

Beim vom Bier unterstützten Betrachten der Zielankünfte der 100-km-Läufer sagte ich mir leise: „Keine Hundert sind auch keine Lösung“. Ich muss wohl Steffis Frauenförderplan weiter entwickeln. Nur ob Steffis Torsten dann wieder Fotos macht, scheint unsicher.


Kommentare:

dankvolker hat gesagt…

Ist doch auch mal ganz nett, die Frau die Hauptarbeit leisten zu lassen. Wenn man das denn noch hinter einem "Förderplan" verstecken kann,ist doch alles prima ;-)

Bier am Verpflegungstand dürfte die Zeit schon mächtig drücken. Schließlich braucht ein gut Gezapftes ja sieben Minuten ;-)

LG Volker

ultraistgut hat gesagt…

Bin ich hier eigentlich im richtigen Blog bei Jörg, hier sieht alles so hell aus - oder was ?

Ja, ja, die Frauen vor schicken und dann noch behaupten, man würde sie unterstützen, das geht gar nicht !!

Aber du hast Recht, es muss nicht immer Kaviar sein - und dass es dir bekommen ist und nach MEHR schreit, das kann man gut lesen, besonders mit starker weiblicher Unterstützung.

So sind wir Frauen halt !!

Frank Biermann hat gesagt…

So ist es richtig! Die Frauen können ruhig auch mal etwas mehr leisten als sonst in ihrem Leben! ;-)
Klasse Leistung von euch beiden!

Tati hat gesagt…

Erst jetzt gelesen und das mit offenem Mund. Glückwunsch euch beiden. Habt ihr fein gemacht. Irgendwann muss ich auch mal nach Fröttstädt. Staffel trau ich mir zu ... 100 nicht :-o .

Viele Grüße
Tati