15. Juni 2013

50 km zum 50.

Der geneigte Leser wird bei der Überschrift stutzen. 50 Jahre ist der Kerl doch schon vor einer Weile geworden und hat da Unschuldige zu 50 km über die Berge gezwungen. Diesmal geht es um ein anderes Jubiläum. Der 50. Marathon und länger stand an. Natürlich läuft man bei solchen Jubiläen eigentlich in New York, auf der Chinesischen Mauer oder dem Mars. Das war mir aber zu weit und hätte irgendwie langfristige Planungen erfordert. Auch Rennsteiglauf oder Thüringenultra wären angemessen gewesen, doch sollte ich weitere drei Wochen warten?

Also bot sich der Sonnenuntergangs- Sonnenaufgangslauf in Apfelstädt an. Ich könnte jetzt bedeutungsschwere Gründe anführen. Aber eigentlich lag er einfach am passenden Termin und nur 10 km von daheim entfernt. Außerdem ist es so ein kleiner Ultra mit 30 Startern, die von 22 Uhr bis 8 Uhr Runden laufen.  Dass es so schön klein und schräg ist und so viele liebe alte Bekannte dabei sind, ist schon wieder ein bedeutungsschwerer Grund.

Zu Beginn der Veranstaltung hielt Chefe Jörn eine längere Rede, in der er über den Bach Apfelstädt, an dessen Ufer wir unsere Runden drehen sollten, referierte. Das 34 km lange Gewässer entspringe im Thüringer Wald (für Insider unterhalb des Sperrhügels, auf den ihr euch SM-mäßig immer quält) und hätte die schönste Aue der Welt oder auch nur der Apfelstädt - da habe ich nicht so genau zu gehört.



Außerdem droht er jeden willkürlich aus dem Rennen zu nehmen, der schlecht aussähe. So was, wie an der Zugspitze gäbe schlechte Presse. Recht hat er, bei ca.1,87 m Höhenunterschied pro Runde kann man oben schon erfrieren - ist halt fast Zugspitze. Dann schoß jemand in die Luft, was das ganze läuferische Pazifistenpack nicht als Start akzeptieren wollte, aber dann doch irgendwann loslief.

Die Strecke war wie immer simpel - knapp einen Kilometer am Fluß mit der schönsten Aue entlang auf einem pfützigen Pfad und dann einen asphaltierten Landwirtschaftsweg daneben wieder runter zum Schützenhaus, wo es köstliche Verpflegung von netten Schützen gab. Chefe Jörn hat dieses Jahr die Runde  einfach um 70 m auf 1,7 km verkürzt ohne sie zu verändern. Auf nichts ist mehr Verlass heute!


Die Teilnehmer hatten alle einen an der Birne und erzählten von Läufen auf den Brocken im Februar, 24-Stunden-Läufen, Läufen in einem Ritt über den ganzen Rennsteig, solchen um die Zugspitze oder in Runden durch die ganze Nacht. Ach so, bei letzterem war ich ja selbst dabei. Wenn man sich von den Bekloppten löste, konnte man das weniger werdende Abendlicht, die Vögel oder die nahe Bahnstrecke beobachten - auch nicht schlecht.



Da Jörn keine Ahnung von Sonnenaufgangszeiten hat, sollte das Pack bis um 8 Uhr laufen. Als kurz nach 5 Uhr die Sonne aufging, beendete ich planmäßig aus Protest meinen Lauf, den ich weitgehend nur geschlurft bin. Um sich einzukratzen, hatte Jörn noch handgefertigte Medaillen beschafft.

 
Man kann nur jeden warnen, die wickeln euch dort so ein, dass ihr es schön findet und wiederkommen wollt.

Kommentare:

Frank Biermann hat gesagt…

Sehr cool! Du bist in Apfelstädt gelaufen. Ein sehr schöner Lauf in kleinem Kreis. Dort fühlt man sich wirklich wohl!!
Ich habe den Lauf sehr gut in Erinnerung da ich dort 2011 gewonnen habe! :-)

marathonwoman hat gesagt…

Schaut schön aus, klingt gut. Und unter lauter Gleichbekoppten ... Herrlich! Ich muss auch endlcih mal zählen wie viel Marathon + ich habe. Hab das früher nie verstanden, dass man das spontan nicht weiß.

Petra hat gesagt…

Hi Jörg - jetzt kriege ich das auch endlich mit- es war dein 50Marathon! Herzlichen Glückwunsch zu deinem Jubiläum, das du mit einem schönen Lauf begangen hast.
Viele liebe Grüße
Petra