14. März 2013

Spurensuche

Es hat noch mal geschneit diese Woche. Die Landschaft hat eine weiße Mütze auf und sieht schön in der Sonne aus. Gutes Wetter um am Abend zu laufen.

Auf der kleinen Nebenstraße zum Wald ist der festgefahrene Schnee überfroren. Meine Laufschuhe, Icebugs mit den kleinen Dornen, greifen gut. Es macht Spaß.
Der steile Weg zu den letzten Häusern ist geschoben. Da wo die Sonne hin kam, schaut der Boden heraus.
Hinter den letzten Häusern ist nicht mehr geschoben, aber die Autos vom Forst oder den Jägern haben breite Spuren hinterlassen. Ups, die Spur ist durch die Temperaturen am Tage nicht allzu fest. Ich rutsche bei jedem Schritt leicht zurück - geht schon.

Einen halben Kilometer später biegen einige Spuren ab. Ich folge einer schmalen Jeepspur, muß die Füße genau voreinander setzen und komme bei jedem Schritt in den seitlichen Schnee. Es geht immer noch bergan und ist anstrengend. Ich überlege zu gehen, laufe weiter.

Oben biegt die Autospur ab, ich folge nun vier Fußspuren durch 20 cm Neuschnee.
An der nächsten Gabelung biegen zwei Fußspuren ab - Mist.
Etwa 400 m weiter hat mein Vorgänger gewendet - es war eine Spur hin und zurück.

Ich folge nun einer Rehspur, vielleicht war es auch ein Hund. Ich fluche und hoffe auf den breiten Forstweg in einem Kilometer, der immer geschoben ist.

Heute ist er nicht geschoben, hat aber wieder zwei menschliche Fußspuren und eine Fährte vom Reh.
Nach 500 m biegen die Fußspuren ab, wenigstens das Reh blieb auf dem Weg.
Hinter der nächsten Kurve bog auch das Reh ab.

Vor mir sind unberührte 20 cm Neuschnee, da wo Sonne hinkam sind sie verharscht.
Es ist still im Wald und dämmert. Ich habe kein Handy mit. Auch Robert Scott hatte keins, als er auf dem Rückweg vom Südpol erfror. Ist mir egal.

Ich erreiche den Radweg - er ist festgetrampelt, es macht trotzdem keinen Spaß mehr.
Dann kommt eine Anliegerstraße. Sie liegt tagsüber in der Sonne und ist voller Schneematsch, der noch nicht gefroren ist.

Irgendwann bin ich dann daheim, habe 1:12 h für 10,3 km gebraucht.
Ich will Frühling. Es schneit wieder.

Kommentare:

marathonwoman hat gesagt…

Lieber Jörg, schöner Post! So ähnlich war mein Lauf am Nachmittag auch. Allerdings hatte ich auch noch Sonne - abends kam der Schnee zurück. Ich mag Schnee, aber jetzt nicht mehr! Ich will endlich wieder Trails laufen! Schönes Wochenende Kerstin

dankvolker hat gesagt…

Es gibt da aber doch noch einen Unterschied zwischen Dir und Robert Scott:

Es gab damals noch keine Handys ;-)

Du Glücklicher hast überlebt und kannst somit mit uns allen weiterhin auf den Frühling warten.

Frank Biermann hat gesagt…

Der Frühling wird kommen Jörg!! Irgendwann.... Wir halten das jetzt noch durch! :-)

Tati hat gesagt…

Bald ... ganz bestimmt ... kommt der Frühling auch zu uns ... hoffe ich.

Liebe Grüße
Tati