13. Mai 2012

Rennsteiglauf SM, eher unspektakulär


SM ist beim Rennsteiglauf die Abkürzung für den Supermarathon, der auch den Landkreis Schmakalden / Meiningen (Autokennzeichen SM) berührt. Eine gewisse Vorliebe für SM müssen wohl Läufer haben, die sich auf die 72,7 km von Eisenach nach Schmiedefeld begeben. Nach krampfbedingten 9 h bei meinem ersten Versuch und einer 8:40h  und 8:35 h in den vergangen Jahren, hoffte ich dieses Jahr etwas schneller sein zu können. Die einzig sinnvolle Renntaktik für mich ist, locker loslaufen und schauen, dass man nicht oder nicht zu sehr einbricht.

Rennsteiglauf ist aber auch so etwas wie ein Klassentreffen. Man begegnet schon am Vorabend in Eisenach beim Pastaessen alten und neuen Lauffreunden. Kraxi hatte diesmal seine nette Lauffreundin Karin aus Österreich mitgebracht. Im Gespräch erfuhr ich, dass sie den flachen Marathon in 3:08 läuft. Ich rechnete kurz hoch und prognostierte ihr eine Zielzeit von etwa 6:30 h. Sie kam mit einer 6:21:31 h ins Ziel und war damit die Siegerin.

SM-Siegerin Karin Russ nach dem Lauf im Festzelt
Beim Start am nächsten Morgen traf ich Pfälzerwaldläufer Martin, dessen Blog zeigt, dass wir läuferisch und zeitmäßig auf einer Wellenlänge liegen. Wir hatten verabredet zusammen zu laufen.

 
Da fiel auch schon der Startschuss - und der Startbogen zusammen.


Es war das übliche dichte Feld auf den ersten Kilometern bis zum Rennsteig. Ich schwatzte mit Martin. Gelgentlich mußte ich ihn bitten, langsam zu sprechen oder Untertitel einzublenden. So ein Pfälzisch ist nicht ganz einfach für Thüringer Ohren. Martin hatte die letzten Wochen ziemlich schnell trainiert. Ich erzählte ihm etwas von der gerade modischen Schwarmintelligenz - auf den 25 km bis zum Inselsberg muß man nur im Schwarm mitschwimmen und wenn alle gehen, geht man auch. Auf dem Inselsberg waren wir nach 3 Stunden und damit später als bei meinen früheren Läufen. Doch wir hatten noch fast 50 km. Dafür liefen wir die folgenden Kilometer für meine Verhältnisse recht zügig. Im Gegensatz zu den früheren Jahren fühlte ich mich auch an der Ebertswiese bei km 37 noch ganz gut.


 Nachdem wir den Sperrhügel bei km 44 hochgewandert waren, war Martin kaum zu halten. Ich merkte, dass es ihm richtig gut geht. Als ich mich zum zweiten Mal in kurzer Folge in die Büsche schlug, lief er mir endlich davon und kam fast eine halbe Stunde vor mir ins Ziel. Der Abschnitt zwischen Sperrhügel und Grenzadler ist für mich immer öde. Doch es ging mir nicht richtig schlecht und ich lief einige Hügel hoch, die ich früher auch schon gegangen war.



Am Rondell bei Oberhof sind es nur noch 17 km, das beruhigt. Man ist bald da. Hier traf ich meine Frau und meinen Vater und wechselte das durchschwitzte Shirt.


Nachbarin Ingrid lief zu mir auf. Sie ist so ein Naturtalent, die mit drei mal in der Woche ein Stündchen laufen, den SM in der gleichen Zeit wie ich schafft - ach bin ich unbegabt. Wir harmonierten gut bis zum Ziel und irgendwie war es weniger zäh als früher - also etwas weniger jedenfalls. 

Auf den letzten 20 km war ich auch fast 10 min schneller als bei früheren Läufen. Die Uhr blieb für mich bei 8:31 h stehen. Ein bißchen mehr hätte ich mir wohl erhofft. Doch wahrscheinlich habe ich eine Quälblokade und die Vorliebe für SM beschränkt sich doch eher auf die Laufveranstaltung. Schön war dann wieder das Schwatzen mit den Läufern im Partyzelt und das Feiern mit der Siegerin - aber irgendwie waren wir alle Sieger.


Das laute Absingen von Rennsteig- und sonstigen Wanderliedern hatte dann auch schon wieder SM-Aspekte.


Kommentare:

Tati hat gesagt…

Glückwunsch zur klasse Zeit. Ich hoffe du kannst dich jetzt erstmal gut erholen bis die nächsten "Untaten" anstehen. Schön dich wenigstens kurz gesehen zu haben ;-) Ihr wart dann alle so schnell verschwunden :-o
Liebe Grüße
Tati

lizzy hat gesagt…

auch von mir herzlichen Glückwunsch!

Hatte mich schon auf die Berichte gefreut. Danke und erhol dich gründlich.

ultraistgut hat gesagt…

Lieber Jörg, in deinem heimatlichen Terrain - auch noch mit einem echten Pfälzer Bub im Gepäck ein erneutes Abenteuer auf dem Rennsteig.

Herzlichen Glückwunsch !!

Du fragtest mich, ob ich schon dort war, klar, beim allerersten nach der Wende1990 mit Schnee und Graupel !!

Sören hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Rennsteiglauf!

Erhole dich gut für den Thüringen Ultra; dort sehen wir uns wieder!

Laufende Grüße
Sören

Holger hat gesagt…

Hallo Jörg!
Wie - noch schneller? Gehts noch? :-) Wegen dir werden sie noch die Verpflegungspunkte abschaffen und wo krieg ich dann Bier her? Glückwunsch zur Superzeit und gute Erholung!
Grüße vom Holger

Martin hat gesagt…

Zuerst einmal vorneweg-es hat mir unheimlich Spaß gemacht mit dir zu laufen :-)
Und nächstes Jahr überholen wir die beiden Jungfüchse (vorletztes Bild) -oder wir treiben sie vor uns her :-)
Und es waren wirklich a ll e Sieger!

Anett hat gesagt…

Dein Bericht liest sich wirklich etwas unspektakulär. So, als ob es nichts weiter ist, mal eben einen SM zu laufen ;-). Für mich im Moment noch nicht vorstellbar, also bist du gewiss nicht talentfrei. Und bei den Steigerungen, die du kontinuierlich Jahr für Jahr hinlegst, bist du im Jahr 2030 auch bei 6,5 h oder so ähnlich ;-p.
Herzlichen Glückwunsch noch mal und erhol dich gut.

Jörg hat gesagt…

Danke für die Blumen

@ ultraistgut
Bei dem Wetter ist fast nachvollziehbar, dass du nicht vom Rennsteigfieber infiziert wurdest.

@ Martin
Ach lass die Jungen rennen. Wer langsam läuft, kann länger genießen.

Martin hat gesagt…

Stimmt auch wieder :-)

Frank Biermann hat gesagt…

Auch von mir noch herzlichen Glückwunsch. Kommt spät ich weiß! Nicht böse sein! ;-)

Klasse Lauf den du in den Wald gebrannt hast!