21. Oktober 2006

Kernberglauf zum Zweiten

Der Kernberglauf ist einst als herbstlicher Gegenpol zum Rennsteig entstanden und hat im Laufe seiner 30 Jahre etliche Streckenänderungen erfahren. Mit insgesamt ca. 1200 Läufern auf der 15 und 27 km Strecke zählt er eher zu den mittleren Läufen. Viel mehr Läufer gehen auch kaum, läuft man doch bei den 27 km von km 6 bis km 11 in Gänsemarsch auf einem Hangpfad (der Johannesberghorizontalen). Überholen ist wenn nicht unmöglich so doch wenig sinnvoll und eher gefährlich. Dafür wird man entschädigt durch grandiose Blicke ins 200 m tiefer gelegene Tal und auf die gegenüberliegenden Hänge, die im schönsten Herbstbunt erstrahlen.

Bevor man diese Ausblicke genießen kann, muß man nach 2 km flachen Anlaufen zwischen km 2 und km 5 etwa 200 HM überwinden, davon etwa 80 auf den letzten 300 Meter. Da ich im Hinblick auf den HM nächste Woche die Kernberge gedämpft laufen wollte, ließ ich meine Mitläufer schnell ziehen, lief die Berge locker hoch und ging die steilen Stellen, um Kraft zu sparen. Wie im letzten Jahr erreichte ich km 5 bei 30', auf der Horizontalen lief ich den 6' Schnitt locker mit.
Bei km 11 ging es 100 HM steil bergab um nach einer Verpflegungsstelle gleich wieder fast 200 Höhenmeter zu gewinnen. Dann werden auch die Wege endgültig breit, was aber nicht mehr so wichtig war, da die 450 Läufer auf der langen Strecke jetzt doch weit auseinandergezogen sind.
Bei km 15 hat das Berganlaufen endlich ein Ende. Ich war dort bei 1:30 h und wußte, dass nun der angenehme Teil kommt. Auf den verbleibenden 12 km fällt die Strecke abgesehen von einigen Wellen um ca. 250 HM. Nachdem ich bei meinen Zwischenzeiten zweifelte, die angestrebten 2:30 zu schaffen, ließ ich es nun rollen. Es wurde ein Schnitt von teilweise nur etwas über 4 min/km und ich sammelte die Läufer vor mir ein. Dazwischen gab es immer wieder famose Blicke in Tal auf die Stadt Jena und die richtig kitschig bunten Herbstbäume.
Im letzten Jahr war ich 2,5 km vor dem Ziel eingebrochen und mußte mich bis auf den Sportplatz schleppen. Meine Angst, dass es mir ähnlich geht, war unbegründet. Locker lief ich bis ins Ziel. Fast hätte ich bereut, die Läuferin vor mir nicht auf den letzten 100 m überholt zu haben (war mal ein Thread hier), aber die Zieluhr zeigte doch noch 2:26:59 an. Das ist zwar (oder nur) 1:30 min langsamer als im letzten Jahr, aber völlig ok für mich.

Die Organisation war wieder gut, wenn ich auch vom Kuchenbüffet nur die Reste bekam und der Urkundendruck nicht funktionierte. Für 8 € den Lauf mit Pasta und einem Bier am Vorabend (ohne mich) und einer Suppe danach ist es ein echtes Schnäppchen. Die Läufer waren alle eher Insider und kaum welche, die mal einen langen Lauf testen wollten. Nach 3 h kam kaum noch jemand ins Ziel.

Auf jeden Fall ein toller Tipp für alle die Landschaftsläufe lieben. Von der Schönheit der Strecke ist es mein Favorit.

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