9.10.22

Brockenmarathon Nr. 2

Fünfzehn Jahre ist es her, dass ich mit Steffi einen euphorischen Brockenmarathon absolvierte. In diesem Jahr schwankte ich zwischen dem Mitteldeutschen Marathon von Leipzig nach Halle und dem Brocken. Da mir Berge aber näher liegen, als das platte Land mit Feldern, entschied ich mich für den Berg.

Es war ein schönes Wochenende mit buntem Blätterrausch in der Herbstsonne. Wernigerode hat inzwischen nicht nur schöne Häuser, sondern auch eine tolles gastronmisches Angebot jenseits von Sülze und Schnitzel.

Der Start des Marathons erfolgte wie einst an der Himmelpforte, was ein gutes Omen ist. Es war wieder ein entspannter Start der knapp 500 Läufer. Die ersten 8 Kilometer ging es im lockeren Auf und Ab ins Ilsetal. Von da an führte die Strecke 10 Kilometer bergauf zum Gipfel. 


Der Brockenlauf ist ein klassischer Landschaftslauf und kein Trail. Man läuft auf gepflegten Waldwegen, die nur manchmal steinig sind. Die Wege führen nicht geradeaus steil den Berg hinauf, sondern duch Täler und am Hang entlang. Natürlich müssen dennoch die Höhenmeter überwunden werden und die letzten 3 Kilometer auf dem Plattenweg der DDR-Grenztruppen sind wohl nur für die Spitzenläufer im Laufschritt zu bewältigen.

Nach 2:38 Stunden war ich auf dem Gipfel, der uns mit Nebel, Wind und Nieselregen empfing. Mir ging es noch gut, doch ich hatte eigentlich auch mehr Angst vor der zweiten Hälfte bergab. Etwa zwei Kilometer hinter dem Gipfel war man raus aus dem Wolkennebel und das Wetter wurde immer besser. Voller Staunen nahm ich den abgestorbenen Nadelwald und die riesigen gerodeten Freiflächen wahr, die einen drastischen Gegensatz zum bunten Laubwald der tieferen Lagen bildete.


Nach Kilometer 32 wurde es zäh. Die beiden längeren Anstiege ging ich. Spätestens ab Kilometer 38 liefen die Beine dann von allein die letzten Kilometer bergab in das Ziel. Mit 5:11 Stunden war ich eine 3/4 Stunde langsamer als vor 15 Jahren. Eine Minute langsamer pro Kilometer ist es aber auch bei anderen Läufen und wohl der Preis des Alters.

Die Belohnung in Wernigerode hatte ich mir dafür verdient.



4 Kommentare:

Martin hat gesagt…

Glückwunsch zum Finish.

Das hört sich ganz schön gut an. Ich glaub, den Lauf tue ich mir auch mal an. Ist ja fast um die Ecke.

Manfred hat gesagt…

Lieber Jörg,

ja, Glückwunsch!

Da der Weg das Ziel ist, ;-) macht es doch auch nicht die Zielzeit ... du warst wieder dabei, hast gefinischt, auch nachdem es zäh wurde ... das ist doch viel wichtiger!

Erhol dich gut und
liebe Grüße Manfred

lizzy hat gesagt…

Bergab furchtbarer als bergauf? Das finde ich mal erstaunlich! Erstaunlich auch, wie du immer wieder diese vielen dicken Brocken bewältigst.

Wobei: solche Torten im Ziel können durchaus ein Ansporn sein!

Glückwunsch!

Lizzy hat gesagt…

Na sowas - ich hätte schwören können, Marathon - was für ein Brocken! - und Torten schon kommentiert zu haben. Verhext?

Versuch Numero zwei.

von Lizzy