13. Oktober 2013

In Freiberg zum Kuchen mit Freunden

Die Auswahl eines passenden Herbstlaufes ist ja nicht immer ganz einfach. Ein schneller Stadtmarathon schied für mich aus, da ich den notwendigen höheren Trainingsaufwand nicht realisieren konnte. Die Verlockung viele gute Bekannte wiederzusehen, ließ die Entscheidung für die 6 h in Freiberg fallen. Schon vom Wetter war dies die bessere Entscheidung als der Brockenmarathon.

Bei Chris in Freiberg ist es immer schön und mit seiner Gemeinde organisiert er einen perfekten 6-Stunden-Lauf im Albertpark. Seine Gemeinde zählt die Runden und bäckt Kuchen.


Ob es wirklich hilft, in den Himmel zu kommen, weiß ich nicht. Der Dank der Läufergemeinde ist ihnen gewiß. So steht man mehr oder minder frohgelaunt am Start und wird Punkt 12 mit Gottes Segen von Chris auf die Runden von je 1 km geschickt.

Die Angst vor dem Lauf
Nette Mädels liefen da rum


Veranstalter und Sieger

Bedauerlicherweise erklärte mir Tati, mit der ich letztes Jahr zum Sieg eilte, sofort ihren Unwillen 6 Stunden zu laufen, obwohl der Lauf doch genau diesen Namen hatte. Matti war mir sowieso mit 5 min/km zu schnell, Sören erst recht und so bildete ich doch wieder ein Laufpaar mit Tati. Den Verpflegungsrhythmus kannten wir aus dem Vorjahr - alle 5 Runden ist Boxenstopp.

Mit Tati und Matti
Beim ersten Stopp gab es leckere Eierschecke, beim zweiten Russischen Zupfkuchen, der wegen seine Mächtigkeit weniger optimale Läufernahrung war. Nach 15 km fand ich meinen Favoriten, einen Kirschkuchen mit einem Hauch Schokolade. Nach 20 km kam der Apfelstreuselkuchen und nach 25  km war es dann wohl noch ein Streuselkuchen, doch da wurde meine Erinnerung schon schwächer.  Jedenfalls merkte ich, dass das Laufen mir nicht ganz so leicht fällt. Tatis Ausstieg und keine weitere Kuchenauswahl schickten mich erst mal in ein Motivationsloch. Die vierte Stunde ist wie immer bei den 6-Stunden-Läufen zäh, zumal ich wegen Krampfansätze zu Gurke mit Salz greifen mußte.  Zwischenziel war nun der Marathon unter 4 h, was mit 3:57 h auch gelang.

Da ich recht runter war, gönnte ich mir eine Gehpause mit Kaffee und erneut Kirschkuchen. Das Anlaufen war zwar ecklig, aber die Runden bis zum nächsten Ziel 50 km in 5 h liefen dann doch ganz gut. Da der Regen nicht stärker wurden, gab es auch keinen Vorwand zum Ausstieg. Zum Lohn gab es jedoch nach 50 km eine Gehrunde mit Bier. Da gabelte mich ein Mädel aus Köln auf, die Fan von Borussia ist - was es alles gibt! Jedenfalls konnte Sie nicht mehr laufen und ich wollte nicht mehr allein laufen, also gingen wir mal ein paar Runden und ich hörte ihr weitgehend zu.


Mit Cabo
Eine halbe Stunden vor Schluss hängte ich mich dann an Petra, die ich schon ewig von wer weiß woher kenne. Nach der langen Gehpause war das Laufen nun wieder locker und nach 5:55 h waren 57 km voll. Da keine Restmeter ausgemessen wurden, konnten wir uns den Resten der Verpflegungsstelle widmen.

Bei der Läuferparty im Gemeindehaus gab es dann nicht nur Tatis Eierschecke ohne Boden, die sie bis hierher gerettet hatte, und seltsam altes Bier von Hennes aus Düsseldorf sondern auch noch eine Überraschung. Trotz Wandereinlagen war ich Dritter, wohl auch weil Schnellere eher aufhörten - selbst schuld. Den Preis, eine Freikarte für das örtliche Freibad, schenkte ich Jasmin, die mit ihren 9 Jahren 26 km bei der Veranstaltung zurück gelegt hatte und die zu Recht darauf mächtig stolz war. Jedenfalls war es noch ein netter Abend mit Freunden und die Reise hat sich richtig gelohnt.

Kommentare:

lizzy hat gesagt…

Vermutlich kommen brave Läufer wie du in einen ganz speziellen Himmel, in dem an der Wolkenlaufstrecke riesengroße Kuchenbuffets mit gebackenen Köstlichkeiten aus aller Welt zur Auswahl stehen. Auf der anderen Seite natürlich 'ne Biertheke ;)

Herzlichen Glückwunsch!

marathonwoman hat gesagt…

Ich glaub, du fährst da nur wegen dem Kuchen hin ;-) und damit du alle durchprobieren kannst, läufst du halt dazwischen ...

Martin hat gesagt…

Wenn ich das so lese, hätte ich wirklich auch mal wieder Lust einen 6 Stunden lauf zu machen. Tolle Leistung und klasse beschrieben!
Und die Verpflegung war ja wirklich absolut klasse!!

Anett hat gesagt…

Ja, Jörg, ich werde auch das Gefühl nicht los, dass du nur wegen der Kuchen nach Freiberg gekommen bist ;-). Aber zum Glück war nicht immer am Stand was los, so dass du diese Ess-Pausen läuferisch nutzen konntest ;-p.

@Lizzy, Bier ga es übrigens auch, sogar mit und ohne Sprit. Dieser Lauf hätte dir übrigens auch gefallen.

laeuferherzen hat gesagt…

schöne Läufe gibt es bei Euch. Schade, dass es so weit weg ist ! Grüße, Kati