30. Oktober 2008

Röntgenlauf oder Hochmut kommt vor dem Gehen


Obwohl der Röntgenlauf erst seine achte Auflage erlebte, hat er alles für einen Kultlauf, so vor allem eine nicht alltägliche aber schöne Strecke mit bester Organisation. Der Lauf führt auf dem Röntgenweg um Remscheid, wo Conrad Röntgen geboren wurde. Ob er tatsächlich ein Wanderer war oder der Name nur ein Marketingmittel der Stadt ist, konnte ich allerdings nicht in Erfahrung bringen.

Von der bergigen Runde kann man 1/3 für einen Halbmarathon laufen, was die Teilnehmerzahlen hochtreibt und Gedränge am Anfang produziert. Eine Etappe weiter geht der Marathon, wobei man die Müngstener Brücke, die höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, passiert. Für diejenigen, die nicht genug bekommen, gibt es auch die ganze Runde von 63,3 km.
Die Strecke führt durch herbstliche Tälern und über Hochflächen des Bergischen Landes. Da die Gegend als alte Industriegegend dicht besiedelt ist, werden auch immer wieder Straßen überquert oder begleitet.


Die 7 h, die ich für die Runde brauchte, waren ziemlich genau das, was ich erwartet hatte, allerdings habe ich es etwas naiv angestellt. Statt wie geplant jeden HM in 2:20 zu laufen, habe ich mich hinreißen lasssen, mich einem Lauffreund anzuschließen - nur dass er die 6:30 h im Auge hatte: "Was solls, beim Thüringenultra war ich ja auch 50 km in 5:00 unterwegs." Vielleicht hätten wir doch nicht vor dem Schild posieren sollen.


Bei km 27 merkte ich dann, dass es diesmal zu schnell war, bei der 32 ließ ich ihn ziehen und began bewußt bergan zu gehen, damit ich es überlebe. Beim M war ich schon breit, aber andererseits war mir klar, dass ich es schaffe. Bei 10° im Freibad den Lauf zu beenden, war ja irgendwie auch keine Option.

Also wurde weiter bergan bald auch bei kleinen Hügeln gegangen und schließlich sogar einige mal auf gerade Strecke, so zwischen km 54 und 60 auf einem leider herrlich ebenen Weg an einer Talsperre entlang. Jedenfalls überholten mich viele von denen, die ich in der ersten Hälfte überholt hatte. Im Kopf die üblichen Spiele - jetzt noch soweit wie diese Trainingsrunde, jetzt nur noch wie die jene.... Außerdem das Kopfrechnen, ob es für die 7:00 h reicht. Es wurde knapp, so dass ein Spurt von 500 m ins Ziel nötig wurde.


Geschafft, doch so richtig konnte ich mich wegen meiner diletantischen Laufeinteilung gar nicht freuen. Aber irgendwann sieht mich der Röntgenlauf mal wieder - auch wegen dem genialen Bad mit den herrlichen Saunen neben dem Ziel.

Netto: 06:59:23
1. HalbM: 02:06:19
2. HalbM: 02:17:10
3. HalbM: 02:35:54

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Jörg

Glückwunsch zur erreichten Zielzeit und zu dem tollen Bericht.

Ralph

Manu hat gesagt…

Bei 10° im Freibad den Lauf zu beenden, war ja irgendwie auch keine Option.
Aber die Verpflegung dort, bevor der nächste Berg rief, war klasse, oder? (Ich hoffe, Du hast eine Marathonschnecke ergattert).
Gräm Dich bloß nicht über die Einteilung - es gibt kaum jemanden mit wirklich gleichmäßigen Dritteln. Du hast ja früh genug Tempo rausgenommen und bist glücklich ins Ultraziel gelaufen - das ist eine Wahnsinnsleistung und verdienst einen herzlichen Glückwunsch!!!
Schade, dass wir uns nicht begegnet sind, aber die Staffel-Durchgangszeiten waren total anders - ich hatte eigentlich immer Ausschau gehalten, vergeblich. :-(
Grüße von
Manu

Lizzy hat gesagt…

tz - was ist daran dilettantisch? Ich finde es gigantisch! SO!

Katrin hat gesagt…

Also für mich eine super Leistung!
Gratuliere :-)

LG Katrin

Thestral hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Röntgen! Klasse gemacht!

Anett hat gesagt…

Gratulation zur Punktlandung. Wirklich klasse.
Und wie sie zustande kam, ist doch völlig egal. Du hattest ein Ziel und du hast es erreicht. Punkt!

Martin hat gesagt…

So wie du den Lauf beschreibst, möchte ich ihn nächstes jahr unbedingt laufen. Ab sofort werde ich ihn als mein Ziel 2009 ins Auge fassen.immer nur 42 ist ja auch mit der Zeit langweilig :-)
Tolle Leistung, kann ich mir im Moment noch gar nicht vorstellen so weit zu laufen.

EigentlIch hat gesagt…

Was heisst hier schlechte Renneinteilung. Bei der Strecke muss man schon so ein Crack sein wie redcap oder der Feierabendjogger um punktgenau zu landen. Und ich habe schon bei Marathons auf der zweiten Hälfte mehr verloren, als Du auf der dritten. Du hast das Ziel gesehen, also alles bestens!

Zu Deinem Kommentar bei mir: Es ging halt einfach nicht. Das muss man einsehen, den Mund abwischen und beim nächsten Mal besser machen. Trotzdem bleiben der Röntgenlauf und ich Freunde ;)