18. August 2005

Laufen anderswo Nr. 2: Die Saarschleife

Auf ihrem Weg von Süd nach Nord stößt die Saar kurz hinter Merzig auf die Ausläufer des Hunsrück. Dessen Gestein ist zu hart, so dass die Saar einen Bogen von fast 180° machen muss und in einer engen Schleife zurückfließt. Folgt man mit dem Fahrrad der Saar so hat man nur das halbe Vergnügen, den der Blick von oben bleibt einem verwehrt – jedenfalls, wenn man als Genussradler - wie wir im Urlaub - dem Lauf der Saar und Mosel folgt, um Berge zu vermeiden.
Allerdings kam in mir schon in Saarbrücken angesichts der vielen Läufer am Saarufer die kaum stillbare Sehnsucht auf, Pedale mit Laufschuhen zu wechseln. Etappenziel des Saarschleifentages war Mettlach und da wir nicht allzu viele Kilometer geradelt waren, reift schnell der Plan, die Saarschleife von oben zu sehen.
In der Touristinfo gab es einen Wanderplan und ein ungläubiges Gesicht darüber, dass ich die knapp 15 km laufen wolle. Schließlich liegt der Aussichtspunkt „Cloef“ auch noch 180 Höhenmeter über der Saar.
Der Ortsteil Mettlachs, in dem man in die Saarhänge einsteigt, heißt bezeichnender Weise Keuchingen. Dem Namen machte ich alle Ehre und folgte einem schönen Weg mit tollen Blicken auf die Saar. Konnte man die Saar nicht sehen, entschädigten die schrägen Sonnenstrahlen durch den Buchenwald und ließen den Anstieg leichter erscheinen. Frustrierend war eine steiler Abstieg in das Tal eines kleinen Baches – ich will hoch und nicht wieder runter! Wieder steil aufwärts hörte ich bald eine Straße und hatte damit die Hoffnung, es bald geschafft zu haben. Es kann doch nicht sein, dass wichtige Aussichtspunkte in Deutschland nur zu Fuß zu erreichen sind. Auf der (!) Cloef angekommen genoss ich den Postkartenblick und versuchte mit eigenem Foto alle Postkartenmotive zu übertreffen. Jedenfalls gibt es keine Karte mit mir in Laufsachen im Vordergrund – nochmals Dank an den älteren Herrn, der es hier sicher nie lesen wird.
Der Versuch einen anderen Weg als Abstieg zu nehmen, gab ich schnell auf als es ein enger Trampelpfad wurde, auf dem ich mit meinen Schuhen rutschte. Aber auch der normale Rückweg wirkte viel kürzer. Was bleibt ist wieder ein schönes Lauferlebnis –anderswo.
Im September gibt es einen Saarschleife-Marathon. Der geht aber unten entlang - eigentlich schade.

Keine Kommentare: