5.9.10

Training bringt doch etwas - Mitteldeutscher (Halb-) Marathon

Waldemar Cierpinski war Olympiasieger im Marathon 1976 und 1980 und eine der Sportlerlegenden der DDR. Heute besitzt er ein Sportgeschäft in Halle an der Saale und engagiert sich für den Langstreckenlauf in Sachsen-Anhalt.



Seine Idee war der Mitteldeutsche Marathon, der ursrpünglich von Leipzig nach Halle ging, bevor Startort das völlig unbekannt Kaff Spergau wurde. Allerdings hat der Marathon ein Makel - die Gegend um Halle ist völlig öde und so ist es auch die Marathonstrecke, selbst wenn sie einige nette Stellen hat. Da ich die Gegend kenne, war meine Motivation den Marathon zu laufen entsprechend niedrig. In Halle hatte ich jedoch einst meine Studienjahre verbracht und so wählte ich die 21 km, um hier einmal mitzulaufen. Entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten absolvierte ich in der Vorbereitung sogar allerhand Läufe, die wohl als Tempoläufe bezeichnet werden. Einmal überwandt ich mich sogar zum Intervalltraining (5x1000 m in 4:20). Ziel war es,  meine Bestzeit von 1:40 zu unterbieten. Dazu wollte ich mit 4:30 loslaufen und deutlich unter 1:40 ankommen.
Die Startnummerausgabe am Vorabend war eine schöne Einstimmung, fanden doch um diese Zeit schon der 10 km Lauf und einige Schülerstaffeln statt. Ich hatte da ernsthaft überlegt, doch lieber den öden Marathon zu joggen, statt mich über 21 km zu quälen.
Gut, dass ich es nicht tat. Nach dem Start des Halbmarathons am Hansering ging es eine kleine Runde durch die Stadt, dann wieder über die Startlinie, so dass die Begleiter ihre Läufer noch mal sahen. Die nächsten 1,5 km auf der Hochstraße mit Blick nach Halle-Neustadt ließen entdecken, wie man sich in den 70er Jahren die Stadt der Zukunft vorstellte. Dann ging es von der Brücke runter über die Pulverweiden. Ich hatte mein Laufrhythmus gefunden und überholte nun allmählich die Läufer, die den Lauf zu schnell angegangen waren. Nun wurde die Strecke immer schöner und führte durch die Parkanlagen der Peißnitz und am Saaleufer entlang zur Burg Giebichenstein. Mein Garmin zeigte Durchschnittsgeschwindigkeiten um 4:35 min/km, was ich ganz ok fand. Irgendwann hatte mich ein graues Shirt überholt. Ich blieb mit einigen Metern Abstand hinter ihm und überholte die ganze Zeit Läufer, die minimal langsamer waren. Bei km 15 ging es ca. 200 Meter die einzige richtige Steigungdes Laufes zur Burg Giebichenstein hoch. Die Strecke durch die Burg mit dem klassische Musik spielendem Trio war schön, störte allerdings meinen Laufrhythmus. Auch an einigen anderen Stellen gab es Musik, die ich nicht brauche. Zuschauer fand man dagegen nur am Ziel.

Überhaupt ist der Halbmarathon eher ein schöner Landschaftslauf als ein Stadtlauf mit viel Radau. Irgendwann kam km 18 und 1:22 h waren vergangen. Ich war überrascht, dass ich damit ziemlich dicht an die 1:35 rankommen konnte. Die beiden letzten Kilometer auf der nun leicht ansteigenden Hochstraße waren eine rechte Qual und ließen keine Beschleunigung mehr zu.
 
Auf dem Bild kurz vor dem Ziel ist es auch gut zu sehen. Bei 1:35,15 blieb die Uhr stehen, damit war meine Bestzeit um mehr als 5 min verbessert. Platz 19 von 155 Startern in der Altersklasse ist eine Dimension, die ich auch noch nie erreicht habe. Dennoch werden solche Wettkämpfe wohl nie meine große Liebe.