Doch es gab noch andere gute Gründe, warum der Tag schön werden sollte. Hatten sich doch ein Fröttstädt zum 12 und 6 Stundenlauf viele Freunde versammelt, mit denen ich schon so manchen Kilometer zusammen gelaufen bin - Jens, der uns beim Thüringenultra begleitete, Achim mit dem ich zur Vorbereitung des Thüringenultras den Inselsberg erlief, Michael mit dem ich in Berlin die 4 h knacken wollte, Cathleen mir der ich in Leipzig die nie erhaltene Torte erlief, Petra und Frank von der Rennsteigstaffel, Tilo, der meine Runden in Rotenburg teilte und noch manche mehr. Das ganze war wie immer vom Thüringenultrateam um Gunter perfekt organisiert.Als der Start erfolgte, waren die 12 Stundenläufer schon 4 Stunden auf der Strecke, die 970 m lang an Gärten und Scheunen vorbei ein Stück durch das Dorf und wieder durch die Grünanlage zum Dorfgemeinschaftshaus führte. Jens wollte nicht so schnell laufen und schloss sich mir für die ersten 30 km an. Wir schwatzten miteinander und mit anderen Läufern, die man auf der kleinen Runde immer wieder sah.
Die vierte Stunde beim 6er ist immer öde. Nach über 30 km wird man müde und es ist immer noch lang. Ich griff jetzt alle drei Runden zur Verpflegung, ging ein Stück bis zum Abfalleimer und konnte ohne Überwindung immer wieder loslaufen.
Nur noch 2 Stunden klingt dann schon wieder gut. In der fünften Stunde freut man sich auf die Marathonmarke und hier speziell auf die schönen Blechkuchen, die Frauen aus dem Dorf anlieferten. Nach der Marathonmarke ging ich ohne schlechtes Gewissen eine Runde, schließlich sah ich es nur als unambitionierten Trainingslauf. Irgendwann drehte ich dann vier Runden mit Michael, bevor ich ihn an der Verpflegung ziehen ließ. Dann lief ich immer wieder fast zu ihm auf, bevor ich wieder ein Stück mit dem Becher ging. Es ist erstaunlich, dass man nach 4 Stunden auch minimale Tempodifferenzen einen gemeinsamen Lauf verhindern. Irgendwie hatte ich aber doch etwas gebummelt, denn die angepeilten 55 km konnten scheinbar doch knapp werden. Also die letzten drei Runden noch leicht beschleunigt und vier Minuten vor dem Schlusssignal war ich wieder am Ziel und beendete den Lauf.
Das Nachprogramm war dann fast noch besser. Im Dorfgemeinschaftshaus wurden bei Kaffee und dem leckeren Kuchen aus Fröttstädt Heldengeschichten erzählt. In Anbetracht der tollen Ergebnisse meiner Mitläufer war mir mein etwas verhaltener Lauf fast peinlich. Richtig leid taten uns die Läufer auf der langen Strecke, denn kurz nach unserem Schlusssignal setzte ein Wolkenbruch ein. Die noch liefen, waren die richtigen Helden.
Abends gab es dann Siegerehrung mit schönen Plaketten, die Achim herstellen ließ. Nach den Nudeln wurde dann endlich der Kuchen von Cathleen verspeist. Der Tag hat sich gelohnt! Hier gibt es noch mehr Bilder.


