31.7.10

Wie ich in Luisenthal den Olympiasieger schlug!


Nach vier Wochen Laufpause und einem zweiwöchigen Einstieg hatte ich wieder mal richtig Lust auf einen Wettkampf. Der Ohratalsperrenlauf in Luisenthal bot sich hervorragend an. Die Strecke lockte mit landschaftlich schönen 12,3 km und 350 Höhenmetern durch den Wald. Ein Blick in die Ergebnisliste vom Vorjahr ließ mich meine Zeitvorstellung von einer Stunde korrigieren. Diejenigen, die letztes Jahr eine Stunde gelaufen sind, kenne ich bei Wettkämpfen eigentlich nur von weit hinten.

Am Start taucht überraschend und vom Sprecher unkommentiert Nils Schumann auf. Er war Olympiasieger des Jahres 2000 über 800 m und plante sicher ein Jahr nach dem Karriereende beim Ohratalsperrenlauf den Neustart  als Langstreckenläufer. Schnell ein Bild gemacht und die Geheimnisse des Olympiasiegers abgeschaut: Ein bißchen lockeres Laufen reicht also als Erwärmung!

Wegen der unerwartet vielen Läufer erfolgte der Start mit einer halben Stunde Verzögerung. Sofort überholte ich den Olympiasieger, der sich an seine etwas kräftigere Trainingspartnerin hängte, mit der er wohl gekommen war.

Das Auf und Ab und wieder Auf der ersten Kilometer gab keinerlei Anhaltspunkte für die Geschwindigkeit. Also lief ich nach Gefühl  - es muss schwer fallen, aber nicht zu schwer. Wie befürchtet wurde ich am steilen Abstieg zum Stausee von allerhand jugendlichen Flitzern überholt, die ich die folgenden flacheren Kilometer wieder mühevoll einsammeln musste. Irgendwie lief ich wohl recht schnell und hatte kaum Blicke für den Stausee und den schönen Hangpfad mit Aussicht ins Tal. Die letzten 2 Kilometer führten 120 Meter aufwärts zum Ziel, das ich mit hängender Zunge nach 1:03:28 erreichte. Nils Schumann hatte ich damit um ca. 20 min geschlagen. Er hatte es nicht geschafft, sich von seiner Begleiterin zu lösen. Was meine eigene Zeit wert ist, kann ich kaum einschätzen, aber den Olympiasieger habe ich geschlagen!