Es ist eine Veranstaltung, wie ich sie liebe - überschaubar und mit einem gewissen Kultfaktor. Viele Läufer der 40 Teams kennt man persönlich oder zumindest vom Namen. Darunter war der 75-jährige Horst Preisler, der hier seinen 1667. Marathon lief.Noch zwei Tage vor dem Lauf bestand die Hoffnung, dass die Kälte die komplett schneebedeckte Strecke stabil hielt. Temperaturen um null Grad zerstörten die Hoffnung und so war nur ein Drittel der 5 km Stecke winterlich gut zu laufen, ein Drittel ging so und der Rest war eigentlich zum Laufen kaum geeignet.
Dies war neben den anderen guten Gründen ein weiterer, warum ich mir am Start keineswegs sicher war, 42 km zu durchlaufen. Aber ich war ja mit Steffi und Cathleen ein Team und für die Wertung mußte man gemeinsam ankommen und so als Mann....
Es war eine schöne Strecke. Auf jeder Runde wurde 4 mal auf zwei Brücken das vereiste Elsterflutbett überquert. Außerdem führte die Strecke durch den Park und, einen kleinen Wald sowie an der Rennbahn und einem Bratwurst-/Glühweinstand vorbei. Mehrere Runden diskutierten wir ernsthaft, dort auf der letzten Runde einen Glühwein zu trinken. Leider hatte niemand Geld dabei.
Die Strecke wäre noch besser zu genießen gewesen, wenn man nicht immer auf den Boden hätte schauen müssen.Die Mädels hatten sich Spikes untergeschnallt, die bei dem losen Schnee aber auch nur wenig halfen.
Es war trotzdem ein netter Lauf, wir harmonierten läuferisch und schwatzen schön - zumindestens auf der ersten Hälfte. Dann wurde ich maulfaul, denn das Laufen fiel mir nicht mehr leicht.
Wenn man genug Marathons gelaufen ist, klingt jedoch "noch 17 km" schon beruhigend und so kam kein Gedanke mehr an einen vorzeitigen Abbruch.Wir liefen ziemlich gleichmäßig 34 min pro 5 Kilometer und nach 4:47 waren wir glücklich im Ziel.
Nach den Erfahrungen des letzten Jahres, als wir knapp am Gewinn eines Duschbades vorbeischrammten, verzichteten wir auf die Siegerehrung, damit die Mädels ihren Zug erreichten. Hätte ich auch nur vage geahnt, dass es für jedes Team eine Torte gab, wäre ich jedoch nie auf die Idee gekommen, meine Fahrdienste zum Bahnhof anzubieten.









